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Todesstrafe gegen Jugendlichen aufgehoben (1)

Peyman Barandah wurde mit 15 Jahren verhaftet und mit 17 zum Tode verurteilt, nach einem unfairen Verfahren, das eklatant gegen die Grundsätze des Jugendstrafrechts verstieß. Er war beschuldigt worden, einen anderen Jugendlichen bei einer Rauferei erstochen zu haben. Er beteuert nach wie vor seine Unschuld.

Nachdem es Peyman Barandahs Familie nun gelungen ist, die Mittel für das sogenannte "Blutgeld" (diyah) von über 5,5 Mrd. Rial (etwa 154.000 Euro) aufzubringen, wurde er von der Familie des Verstorbenen begnadigt.

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HINTERGRUNDINFORMATIONEN

Peyman Barandah wird beschuldigt, während einer Auseinandersetzung im Juni 2010 einen Jugendlichen durch Messerstiche getötet zu haben, und wurde auf dieser Grundlage zum Tode verurteilt. Seine Hinrichtung war ursprünglich für den 9. April angesetzt gewesen, wurde jedoch in letzter Minute verschoben, um seiner Familie Gelegenheit zu geben, die Mittel für das „Blutgeld“ (diyah) aufzubringen.

Das Strafverfahren, das zu Peyman Barandahs Verurteilung führte, war grob unfair und verstieß eklatant gegen die Grundsätze des Jugendstrafrechts. Nach seiner Festnahme im Juni 2010 wurde er drei Monate lang in einem Haftzentrum der Polizei (agahi) in Shiraz in Einzelhaft gehalten und hatte weder Zugang zu seiner Familie noch zu einem Rechtsbeistand. Seinen Angaben zufolge wurde er in dieser Zeit gefoltert, unter anderem durch schwere Prügel. Er traf seinen Rechtsbeistand zum ersten Mal bei dem Verfahren, das aus nur zwei Anhörungen von etwa zwei Stunden bestand.

Das Verfahren fand vor einem Erwachsenengericht statt, ohne jegliche Art von Jugendschutz. Das Gericht ordnete zudem keine Untersuchung seiner Foltervorwürfe an. Im August 2012 wurde Peyman Barandah zum Tode verurteilt. Die Abteilung 5 des Strafgerichts in der Provinz Fars befand ihn für schuldig, während einer Gruppenauseinandersetzung im Juni 2010 einen Jugendlichen durch Messerstiche getötet zu haben. Peyman Barandah war zur Tatzeit 15 Jahre alt und beteuert bis heute seine Unschuld. Er gibt an, ein anderer Beteiligter habe den tödlichen Stich ausgeführt. Im September 2013 erhielt die Abteilung 6 des Obersten Gerichtshofs sein Todesurteil aufrecht.

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