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Kerze der Hoffnung Oktober 2019

7. Oktober 2019
 

Kerze der Hoffnung Oktober 2019

MEXIKO

JULIÁN CARRILLO

UND DIE GEMEINSCHAFT IN COLORADAS DE LA VIRGEN

Sehr geehrte Kerze der Hoffnung BetreiberInnen,
immer öfter werden ganze Dörfer zerstört weil Industrielle sich gnadenlos Land aneignen. Dabei wird vor Mord nicht zurückgeschreckt.

Dieser Fall aus Mexiko ist ein trauriges Beispiel solcher Machenschaften.

Julián Carrillo wurde am 24. Oktober 2018 ermordet. Er war Menschen- rechtsverteidiger, Umweltaktivist und Sprecher der indigenen Rarámuri und der Gemeinschaft in Colorado de la Virgen in der abgelegenen Gebirgsregion Tarahumara in Chihuahua im Nordwesten Mexikos. Er verteidigte das angestammte Land der Gemeinschaft und prangerte öffentlich die Abholzungen und den Bergbau durch GroßgrundbesitzerInnen an und machte auf die Gewalt durch kriminelle Gruppen aufmerksam. Die Rarámuri sind nicht mehr die offiziellen Eigentümer ihres angestammten Landes, wehren sich aber gegen Abholzung, Bergbau und Drogenanbau.

Die Ermordung von Julián Carrillo war vorhersehbar. Er hatte seit Jahren über Angriffe und Morddrohungen berichtet. Er war mehrmals von unbekannten bewaffneten Gruppen bedroht worden, und 2016 wurde sein Haus niedergebrannt. Außer ihm wurden noch fünf weitere Familienmitglieder, darunter auch sein Sohn, getötet. Auch viele andere SprecherInnen in Coloradas de la Virgen werden bedroht, angegriffen, erhalten unfaire Gerichtsverfahren und werden ermordet.

Am 26. Januar gab die Staatsanwaltschaft von Chihuahua bekannt, dass sie 200 PolizistInnen in der Sierra Tarahumara stationiert habe, um zwei Tatverdächtige des Mordes an Julián Carrillo festzunehmen. Die Untersuchungen zu diesen beiden Tatverdächtigen dauern an. Bei der Festnahme verpflichtete sich die Bundesregierung dazu, mit Hilfe des Schutzmechanismus für MenschenrechtsverteidigerInnen und JournalistInnen das Leben, die Unversehrtheit, die Freiheit und Sicherheit der MenschenrechtsverteidigerInnen in Chihuahua und im ganzen Land zu gewährleisten.