ÜBER AMNESTY INTERNATIONAL
Amnesty International – weltweit aktiv für Menschenrechte
Amnesty International – das heißt weltweit gegen Unrecht aktiv zu werden.
Amnesty ist eine weltweite, von Regierungen, politischen Parteien, Ideologien, Wirtschaftsinteressen und Religionen unabhängige Organisation. Auf Grundlage der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte wird Amnesty International aktiv, wenn es schwerwiegende Menschenrechtsverletzungen zu verhindern oder zu stoppen gilt. 1977 erhielt Amnesty International den Friedensnobelpreis.
Die Stärke von Amnesty liegt im Engagement von mehr als 3 Millionen Mitgliedern in über 150 Ländern: Jung und Alt verschiedenster Nationalitäten und Kulturen beteiligen sich. Sie alle bringen unterschiedliche religiöse und politische Einstellungen und Lebenserfahrungen mit. Aber alle setzen ihre Kraft und Fantasie für eine Welt ohne Menschenrechtsverletzungen ein. Sie engagieren sich für die Opfer und unterstützen und schützen MenschenrechtsverteidigerInnen. Jede/r kann sich an unseren Aktionen beteiligen und Veränderungen bewirken.
Amnesty International finanziert sich aus Spenden und Mitgliedsbeiträgen. Regierungsgelder nimmt Amnesty nicht an, um finanziell und politisch unabhängig zu bleiben.
Was wir tun
Amnesty International setzt sich für die Durchsetzung aller in der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte und anderen internationalen Menschenrechtsabkommen verankerten Rechte ein. Unter anderem engagiert sich Amnesty
- für den Schutz vor Folter und Todesstrafe,
- für die Aufklärung von Menschenrechtsverletzungen und die Bestrafung der TäterInnen,
- für die Freilassung gewaltloser politischer Gefangener, die aufgrund ihrer Herkunft, Hautfarbe, Sprache, Religion oder Überzeugung inhaftiert sind,
- für den Schutz von MenschenrechtsverteidigerInnen,
- für die Rechte von Frauen und Mädchen,
- für den Schutz von Flüchtlingen und Asylsuchenden,
- für eine wirksame Kontrolle des Waffenhandels,
- für den Kampf gegen Menschenrechtsverletzungen, die zu Armut führen
Was wir erreichen
Können einzelne Menschen wirklich etwas bewirken? Und ob! Amnesty ist die Plattform für viele einzelne Menschen, die gemeinsam Druck aufbauen - weltweit. Denn öffentlicher Druck ist das wirksamste Mittel, um Menschenrechte zu schützen. Oft zählt jede Minute und jede Stimme.
Appelle und Briefe zeigen den für Menschenrechtsverletzungen Verantwortlichen, dass ihre Taten gesehen und nicht hingenommen werden. Oftmals können wir so erreichen, dass Gefangene freigelassen, Todesurteile umgewandelt, Drohungen eingestellt, Folter und Misshandlung gestoppt oder unfaire Gerichtsverfahren wieder aufgerollt werden. Mehr als 60 Prozent aller abgeschlossenen Urgent Actions sind erfolgreich. Mit unserer Bildungsarbeit bewirken wir, dass viele Menschen Wissen und Fähigkeiten entwickeln, sich für ihre Rechte und die der anderen einzusetzen. Mit Lobbyarbeit erreichen wir unter anderem, dass Menschenrechte Eingang in internationale Abkommen finden.

- Peter Benenson †
So entstand AI
Am Anfang waren zwei eingesperrte portugiesische Studenten, der gesunde Zorn eines britischen Anwaltes und ein Zeitungsartikel. Am 28. Mai 1961 veröffentlichten Zeitungen rund um den Globus den Appell Peter Benensons für die "Vergessenen Gefangenen". Das Schicksal zweier portugiesischer Studenten war Anlaß für den Aufruf des Rechtsanwaltes: Die jungen Männer waren zu sieben Jahren Haft verurteilt worden. Ihr Verbrechen: Sie hatten auf die Freiheit angestoßen.
Benenson rief Menschen in aller Welt auf, sich unparteiisch und friedlich für die Freilassung von gewaltlosen politischen Gefangenen einzusetzen. Innerhalb eines Monats boten mehr als 1.000 Menschen ihre Hilfe an.
Der Gründer von Amnesty International starb am 25.2.2005 im Alter von 83 Jahren an den Folgen einer Lungenentzündung...
Aus einem Appell gegen die Ohnmacht entstand AI - eine Bewegung von Menschen, für die Solidarität mehr als ein Wort ist.
IN EIGENER SACHE
Der im Dezember 2009 ausgeschiedenen internationalen Generalsekretärin Irene Khan wurden 561.736 Britische Pfund und ihrer Stellvertreterin Kate Gilmore 383.244 Britische Pfund bezahlt. Die Summe setzt sich u.a. aus laufendem Gehalt, Abfertigungsansprüchen, rechtlich notwendigen Abschlagszahlungen, summierten Gehaltssteigerungen, Urlaubsabfindungen, Übersiedlungshilfen und aus einer Leistungsprämie zusammen.
Als wir bei Amnesty International Österreich von den unglaublich hohen Abfertigungszahlungen an die ehemalige internationale Generalsekretärin und ihre Stellvertreterin gehört haben, hat das bei uns Bestürzung ausgelöst. Wir und viele andere in der Organisation haben alles daran gesetzt, dass schnell geklärt wird, wie es zu diesen hohen Zahlungen kommen konnte.
Eine unabhängige Revisionsgruppe wurde eingesetzt, die die Zahlungen untersucht hat. Geleitet wurde sie von der in Großbritannien höchst anerkannten Dame Anne Owers, frühere HM Chief Inspector of Prisons.
Zentrale Aussage ihrer Recherchen ist, dass die Abfertigungszahlungen rechtlich völlig korrekt sind, gleichzeitig aber ungewöhnlich hoch für eine NGO wie Amnesty. Das führt die Revisionsgruppe auf einen Mangel an geeigneten Bewertungssystemen und Vereinbarungen für derartige Situationen und eine Überforderung des damaligen internationalen Vorstandes bei der Bewältigung der komplexen Situation zurück. Dies führte zu falschen Einschätzungen und schlussendlich zu Fehlentscheidungen.
Dame Anne Owers hob hervor, dass der damals verantwortliche Vorstand die Aufklärung der Umstände und ihre Recherche höchst kooperativ und transparent unterstützt hat und nichts verschleiert wurde. Aufgrund der Fehlentscheidung gab es Konsequenzen für den damals verantwortlichen Vorstandssprecher. Er ist bei der Internationalen Ratstagung im August 2011 zurück getreten.
Die Organisation hat zudem Maßnahmen gesetzt, um in Zukunft solche Fehler zu verhindern. Bei der Einstellung des neuen internationale Generalsekretärs, Salil Shetty, wurde darauf geachtet, dass solche Zahlungen von vornherein ausgeschlossen werden können. Ein Finanz- und Wirtschaftsprüfungskomitee wurde gegründet (Hauptaufgaben: überwachen des Finanz-, Buchhaltungs- und internen Kontroll- und Risikomanagementsystems); eine unabhängige Überprüfung der Finanzabteilung und es Finanzsystems der Amnesty Zentrale wurde durchgeführt, das Berichtswesen und verbesserte interne Kontrollsysteme wurden eingezogen; die Amtsperiode des internationalen Vorstand wurde auf 4 Jahre ausgeweitet, um einen längerfristigen Kompetenzaufbau zu sichern und damit ein erfahrenes Gegenüber zum Generalsekretär sicher zu stellen; eine Kompetenzmatrix für internationale Vorstandsmitglieder wurde erstellt und ein Nominierungskomittee für neue Vorstandsmitglieder wurde eingeführt; eine Rechtsberatung wurde fix ins Haus geholt.
In Österreich unterwirft sich Amnesty International Österreich der Spendegütesiegelprüfung, damit unsere SpenderInnen sicher sein können, dass wir verantwortungsvoll mit dem Geld umgehen. Der Verein wird jährlich von einer unabhängigen, externen Wirtschaftsprüfungskanzlei auf Sparsamkeit, Zweckmäßigkeit und Wirtschaftlichkeit geprüft. Zusätzlich zur externen Prüfung haben wir als Verein auch unsere internen, bei der Mitgliederversammlung gewählten, RechnungsprüferInnen, die das Finanzgebahren der Organisation überprüfen.





