
KONTAKT
Für Presseanfragen kontaktieren Sie bitte

Frau
Christine Newald, MA
Tel.: +43 1 78008 - 47
E-Mail: presse(at)amnesty.at

Frau Mag.a
Gesine Schmiedbauer
Montag und Dienstag 9-15, Donnerstag 9-12
Tel.: +43 1 78008 - 39
IHRE SPENDE ZÄHLT
Presseaussendung:
Tag gegen die Todesstrafe: USA halten an archaischer Strafe fest
USA sind neben Japan der einzige G-8-Staat, der die Todesstrafe anwendet - In diesem Jahr bereits 41 Todesurteile vollstreckt
Troy Davis wurde 1991 im US-Staat Georgia zum Tode verurteilt. Das Gericht befand ihn schuldig, am 19. August 1989 einen Polizisten erschossen zu haben. Bis heute konnten die Behörden keine Beweise dafür vorlegen, dass Davis den Mord begangen hat. Sieben der neun Hauptzeugen haben ihre belastenden Aussagen inzwischen widerrufen. Davis droht dennoch weiterhin die Hinrichtung.
Die USA sind eine der wenigen Industrienationen, die weiterhin an der Todesstrafe festhalten. Mehr als 1.200 Menschen wurden von 1977 bis heute in den USA hingerichtet. Heuer wurden bereits 41 Todesurteile vollstreckt, zumeist durch die Giftspritze. „Ob ein Angeklagter zum Tode verurteilt wird oder eine Gefängnisstrafe erhält, ist oft eine Frage von Geld und Hautfarbe“, sagt Heinz Patzelt, Generalsekretär von Amnesty International in Österreich, anlässlich des Welttages gegen die Todesstrafe am 10. Oktober.
„Die meisten der Insassen der Todeszellen wurden verurteilt, weil sie Weiße getötet haben. Es scheint, dass für die Anklage weiße Opfer mehr ‚wert’ sind“, führt er die rassistische Diskriminierung im US-Justizsystem vor Augen. Wenn Weiße Opfer von Verbrechen sind, wird der Angeklagte drei Mal so oft zum Tode verurteilt, als wenn ein Mensch anderer ethnischer Herkunft ermordet wird. „Beinahe jeder Todeskandidat hatte zudem einen Pflichtverteidiger, weil er sich keinen eigenen Anwalt leisten konnte.“
Seit der Wiederzulassung der Todesstrafe in den USA 1977 mussten 139 zum Tode Verurteilte wegen erwiesener Unschuld oder gravierender Zweifel an ihrer Schuld freigelassen werden. Die USA richten mit China, dem Iran, Irak und Saudi-Arabien die meisten Menschen hin. „Dabei ist die Todesstrafe ein Auslaufmodell wie einst die Sklaverei“, so der Amnesty-Generalsekretär.
139 Staaten weltweit wenden die Todesstrafe nicht mehr an. Die USA sind einer von nur 58 Staaten, die weiter an der Todesstrafe festhalten, und einer von lediglich 18 Staaten, in denen 2009 Menschen hingerichtet wurden. „Es ist höchste Zeit, dass auch die USA staatliches Töten ächten“, fordert Patzelt.
Beim Auftakt der Kampagne „Tod der Todesstrafe“ von Amnesty International Österreich am 8. Oktober im Wiener Museumsquartier ist „Dein Statement gegen die Todesstrafe“ gefragt. Passanten können dabei mittels SMSlingshot, einer Art digitaler Schleuder des Berliner Künstlerkollektivs VR/Urban, ihre persönliche Botschaft gegen die Todesstrafe als digitales Graffiti an die Wand werfen. Amnesty lanciert zudem eine Solidaritätsaktion für die US-Amerikaner Troy Davis und Reginald Clemons, an deren Schuld erhebliche Zweifel bestehen und die seit 19 bzw. 17 Jahren im Todestrakt sitzen.
TERMINE:
8. Oktober 2010, 19-21 Uhr
"SMSlingshot": Kampagnen-Auftakt "Tod der Todesstrafe“
Museumsquartier, Haupteingang, Museumsplatz 1, 1070 Wien
17. Oktober 2010, 13 Uhr
"Juan Meléndez - 6446": Filmvorführung in Anwesenheit von Juan Meléndez, der unschuldig 17 Jahre in Florida in der Todeszelle saß.
Filmcasino Wien, Margaretenstraße 78, 1050 Wien


