IHRE SPENDE ZÄHLT

Presseaussendung / Südafrika:

SÜDAFRIKA
FRAUEN IM TEUFELSKREIS VON GEWALT UND HIV

London/Wien, 8. März 2009 - In Südafrika sind Frauen täglich mit sexuellen Übergriffen und Gewalt – und mit der Gefahr, sich mit HIV zu infizieren, konfrontiert. Denn 55% der HIV-Infizierten in Südafrika sind Frauen. Und die gefährliche Kombination von gewalttätigen Männern, gleichgültigen Behörden, fehlender medizinischer Versorgung und Armut hindern sie daran, ihr Recht auf Gesundheit wahrzunehmen.

Anti-Diskriminierung

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Sonntag, 8. März 2009

Die 23 Jahre alte Jamala (Name geändert) wurde bereits mehrfach sexuell missbraucht. Mit 15 wurde sie in ihrem Dorf von acht Jugendlichen vergewaltigt. Sie ging weder zur Polizei noch zu einer Klinik. Später sah sie die Jungen regelmäßig wieder. "Sie lachten über mich. Jeder wusste es, und sie lachten darüber."

Südafrika hat eine der höchsten Vergewaltigungsraten der Welt. Von April 2006 bis September 2007 wurden 75.000 Vergewaltigungsfälle von der Polizei dokumentiert, die Dunkelziffer liegt weit höher. Nicht nur AIDS macht Vergewaltigung zur tödlichen Bedrohung. Jamala ist HIV-positiv. Ein Schicksal, das sie mit fünfeinhalb Millionen Menschen in Südafrika teilt. Schätzungen zufolge sind rund 10 Prozent der Bevölkerung infiziert. Laut UNO ist das Ansteckungsrisiko für junge Frauen bis zu viermal höher als bei Männern.

Frauen, die Opfer von Gewalt werden, fehlen entsprechende Anlaufstellen. Bei offiziellen Stellen gilt häusliche Gewalt als "familiäres Problem" -, und ist somit auch dort zu lösen. Zwar ist generell die Zahl der Schutzeinrichtungen für Frauen in den letzten Jahren gestiegen, in manchen Landstrichen fehlen aber spezialisierte Einrichtungen noch völlig.

Auch die medizinische Versorgung ist in den ländlichen Gebieten unzureichend. Obwohl medizinische Behandlung und Aids-Prophylaxe in Südafrika grundsätzlich kostenlos sind, gibt es diese Dienstleistungen hauptsächlich in Krankenhäusern, und die sind in den Städten. Somit sind die meisten Frauen aus ländlichen Gebieten praktisch von der Gesundheitsversorgung ausgeschlossen.

Amnesty International fordert, dass die südafrikanischen Behörden

    • Gesundheitsdienstleistungen für Frauen auf dem Land verfügbar und zugänglich machen und

    • eine Erstberatung für von Gewalt betroffene Frauen gewährleisten.

Weiters müssen Polizisten und Polizistinnen für den Umgang mit Gewaltopfern geschult werden.