IHRE SPENDE ZÄHLT
Presseaussendung / Sierra Leone:
SIERRA LEONE HAT EIN HANDFESTES MENSCHENRECHTSPROBLEM: EINE DER HÖCHSTEN MÜTTERSTERBLICHKEITSRATEN WELTWEIT
IN SIERRA LEONE STIRBT JEDE ACHTE FRAU WÄHREND DER SCHWANGERSCHAFT ODER DER GEBURT. ALARMIERENDE ZAHLEN, DIE ZEIGEN, DASS HANDLUNGSBEDARF BESTEHT. „GELDMITTEL WERDEN HIER DRINGEND BENÖTIGT, KEINE FRAGE. DIE AM SCHLIMMSTEN BETROFFENEN LÄNDLICHEN GEBIETE ERREICHEN DIESE JEDOCH SELTEN. DAS LEBEN TAUSENDER KANN NUR GERETTET WERDEN, WENN DAS GESUNDHEITSSYSTEM UMGEKREMPELT UND DIE REGIERUNG ENDLICH ZUR VERANTWORTUNG GEZOGEN WIRD“, SO HEINZ PATZELT, GENERALSEKRETÄR VON AMNESTY INTERNATIONAL ÖSTERREICH.
Freetown, Sierra Leone/Wien, 22. September 2009 - Vor dem Hintergrund der laufenden UN-Generalversammlung in New York, bei der eine Erhöhung der Geldmittel für die medizinische Versorgung in Entwicklungsländern beschlossen werden soll, präsentiert Amnesty International einen aktuellen Bericht zur Lage der Müttersterblichkeit in Sierra Leone.
Der Bericht zeigt, dass Frauen und Mädchen oft keinen Zugang zu lebensrettenden Behandlungen bekommen, da sie nicht dafür bezahlen können. Tausende Frauen verbluten nach der Geburt. Die meisten sterben zu Hause, manche am Weg ins Spital, in Taxis, auf Motorrädern oder zu Fuß. In Sierra Leone werden weniger als die Hälfte der Geburten von geschultem Personal begleitet und nicht einmal jede fünfte Geburt findet in einer medizinischen Einrichtung statt. Auch die medizinische Versorgung während der Schwangerschaft ist völlig unzureichend und erhöht das Sterberisiko der werdenden Mütter. In Sierra Leone stirbt jede achte Frau während der Schwangerschaft oder der Geburt. „Diese erschütternden Statistiken zeigen, dass die Müttersterblichkeit ein echtes Menschenrechtsproblem in Sierra Leone ist“, meint Heinz Patzelt.
Bei der UN-Generalversammlung in New York wird am 23. September die finanzielle Hilfe für medizinische Versorgung in Entwicklungsländern thematisiert. Erwartet wird Gordon Brown, Britischer Premierminister, der eine Reihe neuer Finanzpakete zur Finanzierung der Gesundheitsversorgung, vor allem für Kinder und Mütter, in Entwicklungsländern präsentiert. Sierra Leone, als eines der stärksten betroffenen Länder weltweit, wird als ein Zielland erwartet. Heinz Patzelt dazu: „Geld ist ein wichtiger Anfang, es wird das Problem alleine jedoch nicht lösen. Die Diskriminierung von Frauen und ihr geringer sozialer Status führen dazu, dass das Problem im Land nicht entschieden genug angegangen wird“.

