IHRE SPENDE ZÄHLT

Presseaussendung / Nigeria:

SHELL MUSS VERANTWORTUNG FÜR UMWELTVERSCHMUTZUNG UND MENSCHENRECHTSVERLETZUNGEN IM NIGER-DELTA ÜBERNEHMEN

SHELL VERSCHMUTZT DAS NIGERDELTA UND NIMMT DAMIT DEN BEWOHNERN DIE LEBENSGRUNDLAGE. EIN NEUER BERICHT VON AMNESTY INTERNATIONAL ZEIGT AUF, WIE DIE UMWELT ZERSTÖRT UND DIE RECHTE DER BEVÖLKERUNG VON SHELL UND WEITEREN ERDÖLFIRMEN MISSACHTET WERDEN, OHNE DASS DIE NIGERIANISCHE REGIERUNG DIE FIRMEN ZUR RECHENSCHAFT ZIEHT. „AMNESTY INTERNATIONAL FORDERT EIN RADIKALES UMDENKEN DER VERANTWORTLICHEN, DIE EINHALTUNG ALLER MENSCHENRECHTLICHEN VERPFLICHTUNGEN UND DEN WIRKSAMEN SCHUTZ DER MENSCHEN VOR ORT!“, SAGT HEINZ PATZELT, GENERALSEKRETÄR VON AMNESTY INTERNATIONAL ÖSTERREICH.

Anti-Diskriminierung

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Dienstag, 30. Juni 2009

Durch die Ölförderung im Nigerdelta wird der Teufelskreis von Umweltverschmutzung, Armut und Menschenrechtsverletzungen angetrieben - dies ist die Quintessenz des heute veröffentlichten Berichts von Amnesty International. Die Recherchen vor Ort belegen, dass Shell und andere Erdölkonzerne durch Umweltverschmutzung die Lebensgrundlagen der
Bevölkerung massiv einschränken und ihnen fundamentale Menschenrechte - wie
das Recht auf Nahrung, auf sauberes Wasser und auf ein Leben in Würde verwehrt.

Ölseen, Mülllager und brennende Gasflammen stehen im Nigerdelta an der Tagesordnung. Die hunderten Öllecks, die jährlich auftreten, haben fatale Folgen: Inzwischen sind mehr als 2000 Orte des Nigerdeltas als kontaminiert eingestuft. Shell ist mit seiner Tochterfirma Shell Petroleum Development Company (SPDC) der größte Ölförderer auf dem Festland im Nigerdelta. Obwohl Shell und andere Firmen in einem sensiblen Ökosystem operieren, haben sie keine ausreichenden Schutzmaßnahmen ergriffen, um die negativen Auswirkungen der Pipelines und der Ölförderung auf die Umwelt wirkungsvoll zu verhindern.

Heinz Patzelt dazu: "Wer Bodenschätze ausbeutet, trägt menschenrechtliche Verantwortung: Die lokale Bevölkerung hat Anspruch auf Teilhabe bei der´Gewinnung von Rohstoffen in ihrem Gebiet, sie hat das Recht auf eine intakte Umwelt und auf Erhalt ihrer kulturellen und wirtschaftlichen Lebensgrundlage. Es ist ein Skandal, alle diese grundlegenden Menschenrechte laufend zu ignorieren und dann nicht einmal die entstanden Schäden zu beseitigen. Ölfirmen und die ferne Staatsregierung profitieren, zurück bleiben Menschen ohne Hoffnung und Zukunft“.

Seit mehr als einem halben Jahrhundert wird im Nigerdelta Öl gefördert. Heute gehört das Nigerdelta zu den fünf Gebieten weltweit, die am stärksten durch die Erdölförderung verseucht sind. Mehr als 60% der Menschen des Nigerdeltas leben von der Landwirtschaft, der Fischerei oder dem Sammeln von Waldprodukten. Eine intakte Umwelt ist für sie die Voraussetzung für ihre Lebensgrundlage. Der Großteil der Bevölkerung profitiert bis heute nicht vom Ölreichtum, sondern ist durch die Ölförderung vielmehr arm geworden. "Obwohl die Unternehmen rechtlich verpflichtet sind, bei Öllecks das verseuchte Land und Wasser sofort zu dekontaminieren, passiert dies vielfach nicht. Das hat katastrophale Auswirkungen auf die Menschen im Nigerdelta, die durch die Ölverseuchung ihrer Lebensgrundlage beraubt werden und deren Gesundheit massiv unter den Umweltverschmutzungen leidet“, meint Patzelt.