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Presseaussendung / Nigeria:

Ölkatastrophe im Niger-Delta – Shell muss endlich Verantwortung übernehmen

Amnesty fordert in einem neuen Bericht: Ölriese muss mindestens eine Milliarde US-Dollar startkapital zur Bekämpfung der Ölpest von Bodo in Nigeria zur Verfügung stellen.

Verantwortung von Unternehmen

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Mittwoch, 9. November 2011

Tausende Barrel Öl strömten 2008 wochenlang aus den Lecks einer maroden Pipeline in Bodo im Niger-Delta. „Das Versagen von Shell, die Lecks umgehend zu beheben und den riesigen Ölteppich zu beseitigen, hat das Leben Zehntausender Menschen zerstört. Es ist höchste Zeit, dass der Shell-Konzern die Verantwortung übernimmt, aufräumt und die Menschen entschädigt“ sagt Heinz Patzelt, Generalsekretär von Amnesty International.

Shell müsse mindestens eine Milliarde US-Dollar Startkapital zur Bekämpfung der Ölpest zur
Verfügung stellen, fordert Amnesty. 50 Säcke Reis, Bohnen, Zucker und Tomaten – das war
zunächst alles, was der Öl-Konzern den Bewohnern von Bodo als Entschädigung für eine der
größten Ölkatastrophen im Niger-Delta anbot.

Wie ein neuer, von Amnesty und dem „Centre for Environment, Human Rights and
Development“ (CEHRD) veröffentlichter Bericht belegt, hat sich das Leben der Menschen von
Bodo seit der Ölkatastrophe dramatisch verschlechtert: Die Fischerei-Industrie liegt brach,
Nahrung ist knapp, die Preise sind in die Höhe geschossen. Die Bewohner haben schwerste
gesundheitliche Probleme, Jobs sind rar.

Shell hat sich jahrelang nicht zu seiner Verantwortung bekannt. „Trotz der längst bewiesenen
Schuld von Shell an der Katastrophe von Bodo redet sich der Konzern auf laufende
Sabotageakte aus. Das ist menschenrechtlich verantwortungslos“, sagt Patzelt. Die Situation ist symptomatisch für fast die gesamte Nigerdelta-Region, auch die nigerianischen Behörden tragen Mitschuld: Keinerlei Kontrolle der Ölkonzerne, keine strafrechtliche Verfolgung der persönlich verantwortlichen Manager, die Bewohner werden im Stich gelassen. „Eine unabhängige und starke Regulierungsbehörde ist für das ganze Niger-Delta längst überfällig – denn noch können Shell und andere Öl-Konzerne völlig frei agieren – ohne jegliche Angst vor Sanktionen“, so Amnesty.