
IHRE SPENDE ZÄHLT
Presseaussendung / Syrien:
Martin Ennals-Preis 2010 an syrischen Menschenrechtsverteidiger
Muhannad Al-Hassani ist Vorsitzender der führenden syrischen Menschenrechtsorganisation Sawasiya, der die Behörden seit sechs Jahren die offizielle Eintragung verweigern. Am 28. Juli 2009 wurde der Jurist wegen öffentlicher Kritik am Obersten Gericht für Staatssicherheit festgenommen und sitzt seither in Adra nahe Damaskus in Haft, wo er mit 70 Insassen eine Zelle teilt und nicht ausreichend medizinisch versorgt wird.
Für 27. Mai ist eine weitere Verhandlung in Damaskus angesetzt. Vorgeworfen wird Hassani unter Zuhilfenahme des berüchtigten Artikels 286 Strafgesetzbuch die „Schwächung der nationalen Moral“ und „Verbreitung falscher Nachrichten“.
In vorauseilendem Gehorsam hat zudem die syrische Anwaltskammer in Damaskus Hassani ausgeschlossen; der Jurist darf somit seinen Beruf zeitlebens nicht mehr ausüben. Schon die vergangenen sechs Jahre unterlag Hassani nicht nur einem Reiseverbot, sondern stand auch unter permanenter Beobachtung der syrischen Behörden.
Der MEA wird seit 1993 von zehn führenden internationalen Menschenrechts-organisationen an herausragende Verfechter der Menschenrechte vergeben und erinnert an den ersten Generalsekretär von Amnesty International, Martin Ennals. Unter den früheren Preisträgern sind der iranische Todesstrafengegner Emad Baghi, der chinesische Oppositionelle Harry Wu und die tschetschenische Menschenrechts-verteidigerin Lida Jusupowa.
Jurymitglied Hans Thoolen beschreibt den diesjährigen Preisträger Hassani als „außerordentlich mutigen Mann, der willkürlich und unter inakzeptablen Bedingungen dafür verhaftet wurde, dass er den Rechtsstaat verteidigt“.
Presseanfragen richten Sie bitte an Luis Marreiros: +41228094925, marreiros(at)martinennalsaward.org

