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Presseaussendung / Kolumbien:

KOLUMBIEN:
REGIERUNG VERZERRT MENSCHENRECHTSLAGE

Umfassender Amnesty-Bericht zu Menschenrechtsverltzungen an Zivilisten veröffentlicht

Verschwindenlassen

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Dienstag, 28. Oktober 2008

Die kolumbianische Regierung zeichnet ein zu positives Bild der Menschenrechtslage in Kolumbien und gibt vor, die paramilitärischen Gruppen neutralisiert zu haben. Jedoch zeigt ein heute in Madrid veröffentlichter Bericht von Amnesty International, dass interne Vertreibungen sowie Ermordungen und das Verschwindenlassen von Zivilpersonen zugenommen haben. Heinz Patzelt, Generalsekretär von Amnesty International Österreich, dazu: "Es ist unmöglich, ein Problem zu lösen ohne zuzugeben, dass es überhaupt existiert. Leugnen führt zu weiteren Menschenrechtsverletzungen und bedeutet für noch mehr Menschen den Tod."

Der Bericht "Leave us in peace!" Targeting civilians in Colombia´s internal armed conflict»von Amnesty International ist die umfassendste aktuelle Studie zur Lage der Menschenrechte in dem südamerikanischen Land. Er zeigt, dass sich einige Indikatoren über die Jahre verbessert haben, insgesamt hat sich die Lage der Menschenrechte jedoch verschlechtert.

Der Bericht entlarvt wiederholte Erklärungen der kolumbianischen Regierungen als falsch, wie beispielsweise Äußerungen, dass paramilitärische Gruppierungen nicht länger aktiv seien oder die Arbeit von sozial engagierten Bürgern und Gewerkschaftern respektiert werde. "Die kolumbianischen Behörden streiten sämtliche Vorwürfe ab und weigern sich sogar zuzugeben, dass es einen bewaffneten Konflikt in ihrem Land gibt – die Menschen jedoch erzählen eine andere Geschichte", so Patzelt.

Amnesty International ruft alle Konfliktparteien im kolumbianischen Konflikt dazu auf, den politischen Willen unter Beweis zu stellen, die Menschenrechtsverstöße zu beenden. Die Organisation fordert auch die internationale Gemeinschaft auf, größere Anstrengungen zu unternehmen, um zu gewährleisten, dass die gegnerischen Seiten im Konflikt die Menschenrechte der kolumbianischen Bevölkerung respektieren.