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IHRE SPENDE ZÄHLT

Presseaussendung / Kolumbien:

Indigene Völker kämpfen ums Überleben

Amnesty International verurteilt die zunehmenden Angriffe auf die indigenen Völker Kolumbiens und ruft die Regierung in Bogotá zum Handeln auf.

Meinungsfreiheit, Vertreibung, Zwangsräumung

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Dienstag, 23. Feber 2010

Amnesty macht Guerrilla-Truppen ebenso wie Sicherheitskräfte und Paramilitärs für die unzähligen Menschenrechtsverletzungen an den Ureinwohnern Kolumbiens – Mord, Verschwindenlassen, Vertreibung und Verfolgung indigener Anführer – verantwortlich. “Die indigene Bevölkerung gerät immer mehr in die Schusslinie”, klagt Amnesty-Experte Marcelo Pollack. “Es wird Zeit, dass die Regierung ihre Verantwortung wahrnimmt und sofort Maßnahmen zum Schutz der indigenen Völker setzt. Tut sie das nicht, besteht die Gefahr, dass viele von ihnen aufhören, zu existieren.“

Laut der Organización Nacional Indígena de Colombia (ONIC) wurden allein 2009 mindestens 114 Kinder, Frauen und Männer getötet und Tausende mit Gewalt vertrieben. Die Hälfte der Todesopfer betraf das in der südwestlichen Provinz Nariño im „El Gran Rosario“-Reservat lebende Volk der Awá. Sowohl die aufständischen Guerrilla-Gruppen FARC und ELN als auch Sicherheitskräfte und Drogenschmuggler sind in der strategisch wichtigen Region aktiv.
 
Am 26. August 2009 wurden früh morgens 12 Awá, darunter sechs Kinder und ein acht Monate altes Baby, von Bewaffneten, die Armee-Uniformen trugen, im Schlaf getötet. Auch Tulia García und ihre Söhne mussten sterben: Ihr Mann Gonzalo Rodríguez war schon am 23. Mai vor ihren Augen ermordet worden. Nach dem Massaker flohen 300 Awá, unter ihnen 100 Kinder, in die Stadt Tumaco. Dort harrten sie wochenlang ohne Sanitäreinrichtungen in selbst gebauten Unterschlüpfen aus.

In ganz Kolumbien wurden tausende Indigene vertrieben, weil das Land, auf dem und von dem sie leben, reich an Bodenschätzen und stark umkämpft ist. Wenn sie flüchten wollen, versperren oft Landminen den Weg. Schulen werden besetzt und als Militärstützpunkte genutzt und der Zugang zu Lebensmitteln und Medikamenten erschwert. Verbrechen gegen Indigene werden zudem selten von den Behörden untersucht. Amnesty International ruft die Konfliktparteien auf, die Rechte der indigenen Bevölkerung und ihre Territorien zu achten und sie nicht in ihre Kämpfe hineinzuziehen.

Kind des Volkes der Awa vor Särgen der 12 Toten des Massakers von 26. August 2009. Sieben Kinder und ein Baby starben.
Bericht: The struggle for survival and dignity

Der Bericht ist Teil der "Mit Menschenrechten gegen Armut"-Kampagne von Amnesty International (engl. "Demand Dignity"), die einen starken Konnex zwischen Menschenrechtsverletzungen und weltweiter Armut sieht. Die Kampagne mobilisiert Menschen rund um den Erdball, von den Regierungen und Unternehmen den Respekt und Schutz von Menschen in Armut einzufordern. Besonders Zwangsvertreibungen und -räumungen müssen verhindert werden.