
IHRE SPENDE ZÄHLT
Presseaussendung / Karibik:
Haiti: Hilfe leisten - Menschenrechte schützen
Amnesty International begrüßt die rasche internationale Hilfe nach dem verheerenden Erdbeben in Haiti. Zugleich braucht es jetzt aber Schutz für die Schwächsten: Frauen und Kinder sind mehr denn je von Gewalt bedroht.
Vor dem katastrophalen Erdbeben war ein effektiver Schutz der Menschenrechte in dem verarmten Karibikstaat Haiti nicht möglich; besonders Frauen und Kindern konnten vor Gewalt nicht ausreichend geschützt werden. „Die nun herrschende Gesetzlosigkeit ist die perfekte Umgebung, um Menschenrechtsverletzungen und Verbrechen wie Vergewaltigungen ungestraft zu begehen“, warnt Heinz Patzelt, Generalsekretär von Amnesty Österreich, vor einer schweren Menschenrechtskrise.
Schon vor der Katastrophe hat Amnesty International ein schockierendes Ausmaß von sexuellen Übergriffen, Missbrauch und moderner Sklaverei in dem Land dokumentiert. An die UNO appelliert die Menschenrechtsorganisation, schnell für den Schutz der Schwächsten zu sorgen. Akut gefährdet sind besonders Kinder, die gerade erst ihre Eltern verloren haben.
„Wir müssen uns dem stellen, was als nächstes kommt“, sind für Javier Zuniga*, langjähriger Amnesty-Berater und in den 90er Jahren auch Verantwortlicher für Menschenrechte der gemeinsamen UNO/OAS-Mission in Haiti, die mittelfristigen Folgen des Bebens noch gar nicht absehbar. „Haiti ist eines der ärmsten Länder der Welt, die Menschenrechtslage war schon vor dem Erdbeben inakzeptabel und es hat einfach an allem gemangelt.“ Für denkbar hält er etwa, dass die Überlebenden in ihrer Not in großer Zahl versuchen, das Land zu verlassen.
Hintergrund:
Am Dienstag der Vorwoche hat ein Erdbeben der Stärke 7,1 die Region um Haitis Hauptstadt Port-au-Prince verwüstet. Bis zu 200.000 Menschen starben nach Angaben der Regierung. Die Arbeit der Sicherheitskräfte ist stark beeinträchtigt, da die Infrastruktur bei dem Beben fast vollkommen zerstört wurde und Tausende Polizisten weiterhin vermisst werden.
*Javier Zuniga steht auch für Interviews zur Verfügung.

