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Presseaussendung:
Fußball-EM 2012: Rote Karte für Menschenrechtsverletzungen in der Ukraine
Amnesty International fordert: Folter und Misshandlungen in ukrainischen Gefängnissen und in Polizeigewahrsam müssen ein Ende haben!
Noch 3 Tage: Dann sitzen wieder Millionen Fußballfans in den Stadien und vor den Fernsehern, fiebern mit ihren Mannschaften mit und hoffen auf einen Sieg bei der Fußball-Europameisterschaft. Auch viele Ukrainer hoffen – allerdings nicht nur bei der EM, sondern auch in Sachen Menschenrechte im eigenen Land. Denn: Folter und andere Misshandlungen in ukrainischen Gefängnissen und in Polizeigewahrsam sind an der Tagesordnung; ethnische Minderheiten, Flüchtlinge und Asylsuchende werden häufig diskriminiert. Menschen werden willkürlich verhaftet, ohne Grund in Untersuchungshaft gehalten und dort teils schwer misshandelt.
Amnesty International ruft nicht zum Boykott der Fußball-EM auf, aber Heinz Patzelt, Generalsekretär von Amnesty International Österreich fordert: „Die Sportler, die Funktionäre und auch die Fans, die in die Ukraine fahren, sollten die Möglichkeit nutzen um die Menschenrechtsverletzungen im Land zu thematisieren und einen deutlich besseren Schutz der Menschenrechte fordern.“ Es dürfe bei der Kritik auch nicht nur um die inhaftierte Ex-Regierungschefin Timoschenko gehen, denn Folter und Amtsmissbrauch durch die Polizei treffe viele Ukrainer, so Patzelt. Kernforderungen von Amnesty International an die Ukraine sind die zügige Umsetzung einer grundlegenden Reform der Strafprozessordnung sowie die Sicherstellung einer unabhängigen Justiz.
„Europa schaut in den nächsten Wochen auf die Ukraine– eine gute Gelegenheit, auf die Verantwortlichen im Land Druck zu machen. Wichtig ist, dass der Druck die EM überdauert, denn nur dann besteht die Hoffnung, dass die Menschenrechte eines Tages nicht mehr im Abseits stehen“, sagt Heinz Patzelt.

