IHRE SPENDE ZÄHLT

Presseaussendung / Österreich:

MENSCHENRECHTE AUFS PODEST:
FRAUENLAUF FÜR DIE MENSCHENRECHTE IN CHINA


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Montag, 19. Mai 2008

Gestern, am 18. Mai 2008, ging in Wien mit dem DM
frauenlauf der größte Frauenlauf Zentraleuropas über die Bühne. Ein Großaufgebot an Läuferinnen lebteFrauenpower und setzte ein überwältigendes sportliches Zeichen.

Im Hinblick auf die Olympischen Spiele 2008 ließ es sich daher eine Gruppe Amnesty International Aktivistinnen nicht nehmen, ihre sportlichen Leistungen in den Dienst der Menschenrechte zu stellen. Von leuchtend gelben T-Shirts und Schweißbändern (alle fair trade, versteht sich) prangte der Slogan "Menschenrechte aufs Podest". Die Läuferinnen forderte damit das Versprechen Chinas an den IOC ein, die Situation der Menschenrechte im Land der Mitte zu verbessern.

Frauensolidarität zum Frauenlauf
Tatsächlich werden die Spiele von der chinesischen Regierung auch dazu genutzt, um im Namen der Sicherheit verstärkt gegen diejenigen vorzugehen, die sich für Menschenrechte einsetzen. Wie die chinesische Menschenrechtsaktivistin Zeng Jinyan zu Beispiel. Sie und ihr Mann Hu Jia wurden im September 2007 für den "Sakharov prize for freedom of thought" nominiert und seit der Verhaftung ihres Ehemannes wurde Zeng Jinyan, gemeinsam mit ihrem neugeborenen Kind, unter Hausarrest gestellt. Seither wird Zeng Jinyan streng bewacht und ihrer Bürgerrechte beraubt. Ihr ist es untersagt, das Haus zu verlassen, Telefon- und Internetleitung wurden gekappt und ein Großaufgebot an Polizei hat vor dem Haus Stellung bezogen, um jeglichen Kontakt zu Dritten zu unterbinden.

China und die Menschenrechte zu Olympia 2008
Trotz einiger Reformen, die die Anwendung der Todesstrafe betreffen, steht China bei der Zahl der Hinrichtungen nach wie vor weltweit auf Platz eins. Noch immer werden MenschenrechtsverteidigerInnen festgenommen oder schikaniert und das Internet zensiert. Immer wieder werden im Rahmen der Programme "Umerziehung durch Arbeit" und "zwangsweise Drogenrehabilitation" Menschen ohne vorheriges Gerichtsverfahren inhaftiert. Seit langem sind hier Reformen versprochen, doch nun wurden diese beiden Maßnahmen sogar noch ausgeweitet, um Peking vor den Olympischen Spielen zu "säubern".

amnesty International anerkennt die sehr schwierige Situation für die Chinesische Regierung bei der Bewältigung der verheerenden Erdbeben-Katastrophe in der Provinz Sichuan. Das in den Medien erkennbare Engagement bei der Katastrophenhilfe wird begrüßt. Allerdings bindet die Beendigung der schwerwiegendsten Menschenrechtsverletzungen in China - Todesstrafe, Folter, willkürliche Polizeihaft, Umerziehungs-Arbeitslager sowie Medienzensur - keinerlei zusätzliche Ressourcen der Chinesischen Regierung. Daher ist dies, unabhängig von der verheerenden Erdbebenkatastrophe, jederzeit möglich und weiterhin höchst dringlich.