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Web-News / USA:

Illinois schafft Todesstrafe ab

Amnesty-Direktor: "Historischer Tag"

Todesstrafe

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Donnerstag, 10. März 2011

Mit Illinois hat am Mittwoch der 16. US-Bundesstaat die Todesstrafe abgeschafft. "Das ist ein historischer Tag für Illinois und die USA", jubelte Larry Cox, Direktor von Amnesty International in den USA. Kein Staat habe ernsthafter versucht, das System der Todesstrafe zu reformieren. "Nach zehn Jahren war klar: Das System ist einfach nicht reparabel. Und was für Illinois gilt, gilt auch für die anderen Staaten mit Todesstrafe, wie Connecticut, Maryland und Montana, wo eine Abschaffung der Todesstrafe erwägt wird. Gouverneur Quinn hat großartige menschenrechtliche Führungsqualität bewiesen, indem er einer überholten, ineffektiven und unmenschlichen Bestrafung ein Ende gesetzt hat."

Der demokratische Gouverneur von Illinois, Pat Quinn, unterzeichnete am Mittwoch das im Jänner vom Kongress des Staates beschlossene Gesetz. Er sprach von der "schwersten Entscheidung", die er als Gouverneur zu treffen gehabt habe. Er sei aber zum Schluss gekommen, dass es kein System der Todesstrafe ohne Fehlurteile gebe und eine Abschaffung daher richtig sei. "Ich bin tief besorgt über die Möglichkeit, dass eine unschuldige Person exekutiert wird", erklärte Quinn.

In den USA kann nun in 16 Bundesstaaten sowie in Washington DC niemand mehr zum Tod verurteilt werden. Zuletzt wurde die Todesstrafe 2009 in New Mexico nicht nur ausgesetzt, sondern rechtlich abgeschafft. 2007 hatte New Jersey auf die Todesstrafe verzichtet. Illinois setzte bereits vor rund zehn Jahren Exekutionen aus, nachdem in der Geschichte des Staates mehr als ein Dutzend Häftlinge zu Unrecht zum Tode verurteilt worden waren.  "Die Ereignisse in Illinois bestätigen den klaren Trend zur Abschaffung der Todesstrafe in den USA und weltweit", sagt Heinz Patzelt, Generalsekretär von Amnesty Österreich.