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Menschen in Gefahr / Dominikanische Republik:

Schutz für Sonia Pierre

Die Menschenrechtsverteidigerin Sonia Pierre wird wegen ihres Einsatzes gegen die Diskriminierung der haitianischen Gemeinschaft in der Dominikanischen Republik bedroht und eingeschüchtert. Sie und ihre Kinder waren 2005 aufgrund der Drohungen gezwungen, das Land zu verlassen. Bis heute haben die dominikanischen Behörden keine Schutzmaßnahmen umgesetzt. Sonia Pierre und andere MUDHA - Mitglieder haben einen bedeutenden Anteil daran, das Bewusstsein auf Menschenrechtsverletzungen an haitianischen MigrantInnen in der Dominikanischen Republik zu lenken.

MR-VerteidigerInnen

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Freitag, 5. Feber 2010
Schutz für Sonia Pierre!
EmpfängerIn:
S. E. Herr Ramon Andres Quinones Rodriguez, Botschafter der Dominikanischen Republik in Österreich
Betreff:
Schutz für die Menschenrechtsverteidigerin Sonia Pierre!
AbsenderIn-Daten

Hiermit stimmen Sie zu, dass die mit Ihrem Vor- und Zunamen personalisierten Appellbriefe an den/die Adressatin dieser Appellaktion gesendet werden. Alle persönlichen Angaben werden gemäß Österreichischem Datenschutzgesetz 2000 (DSG 2000), BGBl. I Nr. 165/1999 vertraulich behandelt und keinesfalls an Dritte weitergegeben.

Ja, ich möchte von Amnesty International über weitere Menschenrechtsanliegen und Aktionen informiert werden. Ich stimme damit einer sorgsamen und vertraulichen Speicherung und Verarbeitung meiner Daten durch Amnesty zu.

Ich möchte den AI-Newsletter bekommen

UPDATE (22. 12.): Ein Dankesbrief von Sonia (Englisch, Deutsch)!

„Anscheinend ist nichts falsch daran, sich in diesem Land für Menschenrechte einzusetzen. Was allerdings falsch zu sein scheint, ist, sich für die Rechte der dominikanisch-haitianischen Gemeinschaft einzusetzen.“

Sonia Pierre

Sonia Pierre ist die geschäftsführende Direktorin der Menschenrechtsorganisation Bewegung für dominikanisch-haitianische Frauen (Movimiento de Mujeres Dominico-Haitianas, MUDHA). Die Organisation ist Teil des Netzwerks für dominikanisch-haitianische Begegnungen Jacques Viau, das gegen anti-haitianische Vorurteile und Rassismus in der Dominikanischen Republik auftritt. Das Netzwerk setzt sich energisch dafür ein, dass die Nachkommen der haitianischen EinwandererInnen die dominikanische Staatsbürgerschaft und alle BürgerInnenrechte erhalten.

Sonia Pierre wurde schon mehrmals wegen ihrer Arbeit bedroht. Im August 2000 forderte der Interamerikanische Gerichtshof für Menschenrechte die dominikanischen Behörden auf, Maßnahmen zu ihrem Schutz zu ergreifen. Trotzdem waren sie und ihre Kinder 2005 gezwungen, die Dominikanische Republik nach weiteren Drohungen zu verlassen. Im Februar 2006 wurde die Forderung nach Personenschutz auf ihre Kinder ausgeweitet. Bis heute haben die dominikanischen Behörden allerdings noch keinerlei Schutzmaßnahmen für Sonia Pierre und ihre Kinder umgesetzt.

Weiters wurde Sonia Pierres dominikanische Staatsbürgerschaft in Frage gestellt. Im Februar 2007 behauptete der Präsident des nationalen Grenzrates öffentlich, dass mehr als eine Million HaitianerInnen in der Dominikanischen Republik gefälschte Personaldokumente hätten und nannte insbesondere Sonia Pierre als eine von ihnen. Im März 2007 veranlasste der dominikanische Wahlausschuss eine Untersuchung der Gültigkeit von Sonia Pierres Geburtsurkunde mit der Begründung, dass ihre Eltern zur Zeit ihrer Geburt gefälschte Personaldokumente gehabt hätten. Nach Monaten der Unsicherheit entschied der Oberste Gerichtshofes zu ihren Gunsten, die Angelegenheit wurde fallen gelassen. Diese Untersuchung hatte offensichtlich den Zweck, Sonia Pierre und andere Mitglieder von MUDHA einzuschüchtern und davon abzuhalten, ihren legitimen Aktivitäten weiter nachzugehen.

Die Organisation war eine der KlägerInnen vor dem Interamerikanischen Gerichtshof für Menschenrechte im Fall von zwei Mädchen, denen man Geburtsurkunden verweigert hatte. Im Oktober 2005 fällte der Gerichtshof sein Urteil zugunsten der Mädchen und wies die dominikanischen Behörden an, Praktiken bei der Registrierung zu beenden, die Kinder haitianischer Abstammung diskriminieren. Allerdings haben die dominikanischen Behörden in den letzten Jahren die Registrierungsprozeduren keineswegs verbessert, sondern diskriminierende Methoden und Praktiken sogar ausgeweitet.

Sonia Pierre wurde der 23. jährliche Robert F. Kennedy Preis für Menschenrechte verliehen. Diese Auszeichnung brachte für die dominikanischen Behörden unerwünschte öffentliche Aufmerksamkeit für dieses Thema mit sich. Der Außenminister versuchte, die Legitimität von Sonia Pierres Menschenrechtsarbeit zu unterminieren, indem er an das Robert Kennedy Zentrum für Menschenrechte schrieb, dass die Verleihung ein Fehler gewesen sei und dass das Zentrum „unglücklicherweise falsch über die Auswirkungen von Frau Pierres Aktivitäten hierzulande informiert war“.

Diskriminierung auf Grund von Rasse, Sprache, Hautfarbe und Nationalität ist für viele haitianische GastarbeiterInnen und DominikanerInnen haitianischer Abstammung eine tägliche Realität. Auch diejenigen, die legale Aufenthaltsdokumente haben oder die dominikanische Staatsbürgerschaft besitzen, sind in Gefahr, willkürlich abgeschoben zu werden. Diskriminierende administrative und legislative Praktiken verwehren tausenden von dominikanischen Kindern ihre Rechte auf Staatsangehörigkeit, Bildung und auf Sicherheit der Person.


WERDEN SIE AKTIV!

  • Bitte schreiben Sie höflich formulierte Briefe, Faxe oder E-Mails auf Spanisch, Englisch oder Deutsch und
    • weisen Sie auf die wichtige Arbeit hin, die Sonia Pierre und Organisationen wie MUDHA oder das Netzwerk Jacques Viau für die Menschenrechte der haitianischen MigrantInnen leisten,

    • drücken Sie Ihre Sorge über die Verleumdungskampagne gegen Sonia Piere aus und verlangen Sie wirksame Maßnahmen für ihren Schutz entsprechend ihren Wünschen, wie vom Interamerikanischen Gerichtshof für Menschenrechte angeordnet,

    • äußern Sie Ihre Bedenken über die diskriminierende Behandlung und die Übergriffe, denen haitianische MigrantInnen und ihre Nachkommen ausgesetzt sind und fordern Sie, dass deren Menschenrechte respektiert und geschützt werden,

    • erinnern Sie die Behörden an ihre Verpflichtung, die Rechtmäßigkeit der Arbeit von MenschenrechtsverteidigerInnen anzuerkennen, sodass sie diese ohne Behinderung und Angst vor Repressalien durchführen können, wie es die UN-Erklärung über MenschenrechtsverteidigerInnen vorsieht.

Individuell verfasste Briefe sind immer am wirksamsten! Falls Sie wenig Zeit haben, können Sie auch unseren beigelegten Musterbrief übernehmen. Bitte schicken Sie Ihren Brief wenn möglich an alle EmpfängerInnen und eine Kopie an die Botschaft.

  • Schicken Sie Solidaritätsgrüße an die Organisation MUDHA!
    Schreiben Sie auf Spanisch oder Deutsch. Halten Sie die Nachricht einfach und schicken Sie nicht-religiöse Karten an:

    MUDHA
    Calle Doctor Delgado No.20
    Gazcue, Santo Domingo
    Apartado Postal 136 – B
    Dominikanische Republik

  • Verstärken Sie Ihre Aktionen rund um den 21. März, den Internationalen Tag zur Beseitigung der Rassendiskriminierung, und den 29. November, den Internationalen Tag für Menschenrechtsverteidigerinnen.

Bitte geben Sie uns eine Rückmeldung, welche Aktionen Sie gesetzt haben und wie viele Appelle Sie verschickt haben! Schicken Sie diese an menschen-in-gefahr(at)amnesty.at oder an Amnesty International Österreich, Moeringgasse 10, 1150 Wien.


APPELLE AN:

Staatspräsident
S.E. Leonel Fernández
Presidente de la República
Palacio Nacional
Santo Domingo
Dominican Republic
Fax: +1 809 682 0827
(Anrede: Señor Presidente/Dear President)

Innen- und Polizeiminister
Sr. Franklin Almeyda Rancier
Secretario de Estado del Interior y la Policía
Ave. México, Esq. Leopoldo Navarro, Edif. Oficinas Gubernamentales
Santo Domingo
Dominican Republic
Fax: +1 809 685 1194
(Anrede: Señor Secretario/Dear Sir)


KOPIE AN:

Botschaft der Dominikanischen Republik
Botschaft der Dominikanischen Republik
S.E. Herr Ramon Andres Quinones Rodriguez, ao. u. bev. Botschafter
Prinz Eugen Strasse 18, 1040 Wien
Fax: (+43 / 1) 505 85 55 - 20
E-Mail: mprdoiv(at)yahoo.com


TEXTVORSCHLAG:

(Der Textvorschlag ist nur als Anregung gedacht. Falls Ihre Fremdsprachenkenntnisse ausreichen, dann verfassen Sie das Appellschreiben bitte selbst! Je individueller die Briefe sind, desto besser!)

(Entsprechende Anrede),

Me dirijo a Ud. para referirme al caso de SONIA PIERRE, defensora de los derechos humanos quien trabaja intensamente para que los descendientes de inmigrantes Haitianos nacidos en la Republica Dominicana reciban la nacionalidad Dominicana y gocen de todos los derechos ciudadanos que les corresponden.

Quiero destacar la importante contribución de Sonia Pierre y de organizaciones como el Movimiento de Mujeres Domínico-Haitianas y la Red de Encuentro Domínico Haitiano Jacques Viau en la protección y promoción de los derechos de las personas migrantes haitianas y de sus descendientes.

Tambien debo expresar mi preocupación por la aparente campaña destinada a desacreditar a Sonia Pierre y al Movimiento de Mujeres Domínico-Haitianas. Por tanto pido a las autoridades que, tal como solicitó la Corte Interamericana de Derechos Humanos, brinden protección a Sonia Pierre respetando estrictamente sus deseos.

Para concluir manifesto mi inquietud por la discriminación y los abusos que sufren las personas migrantes haitianas y dominicanas de ascendencia haitiana y solicito que las autoridades respeten y protejan sus derechos humanos. Quiero, recordándoles la obligación que les incumbe en virtud de la Declaración de la ONU sobre los Defensores de los Derechos Humanos, que se reconozca la legitimidad de las actividades de defensores y defensoras de los derechos humanos y su derecho a desempeñar su labor sin obstáculos ni temor a sufrir represalias.

Confio que Ud. actue pronta y efectivamente sobre lo anterior.

De Ud. atentamente,

Wenn Sie Fragen haben, kontaktieren Sie uns unter menschen-in-gefahr(at)amnesty.at oder 01/78008.