
RUMÄNIEN: ROMA-FAMILIEN

Eine Gruppe von rund 100 Roma lebt seit sechs Jahren unter menschenunwürdigen Bedingungen.
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Menschen in Gefahr / Griechenland:
Gerechtigkeit für Konstantina Kuneva
Die Gewerkschafterin Konstantina Kuneva engagierte sich für die Rechte von ArbeitnehmerInnen. Ihre gewerkschaftlichen Aktivitäten brachten ihr Probleme ein, sie wurde schikaniert und bedroht. Nachdem der Konflikt mit ihrem Arbeitgeber eskalierte, geschah das Unfassbare: Als sie am Abend nach der Arbeit nach Hause kam, wurde sie von einem Mann angegriffen, der ihr Schwefelsäure ins Gesicht schüttete. Sie ist noch immer in medizinischer Behandlung, während die TäterInnen noch nicht gefasst sind.
UPDATE (14.1.): DIE FORDERUNG, DEN FALL MIT JENER DER SITUATION DER REINIGUNGSFIRMEN ZUSAMMENZULEGEN, WURDE ERFÜLLT. FORDERUNGEN UND MUSTERBRIEF ANGEPASST!
Im Dezember 2010 wurde Konstantina Kunevas Fall mit jenem über die Situation von Reinigungsfirmen zusammengelegt. Der Anwalt von Konstantina Kuneva sagte zu Amnesty, dass die Zusammenlegung der Fälle bereits ein starkes Indiz dafür sei, dass die Staatsanwaltschaft die Attacke gegen Konstantina in engem Zusammenhang mit ihren Gewerkschaftsaktivitäten sehe.
Konstantina Kuneva ist sehr glücklich darüber: “Amnesty International makes a difference in the end because you don’t give up until justice is done. The authorities will treat a case differently if they know that someone like Amnesty International isn’t going to quit working on it.“
Im Juli 2010 hatte der Staatsanwalt noch zugestimmt, die Akten zu Konstantinas Fall ins Archiv zu verlegen. Es bestand daher die Gefahr, dass der Fall geschlossen und damit die Untersuchungen eingestellt werden könnten.
Laut ihren AnwältInnen waren die bisherigen Untersuchungen dennoch unvollständig. Amnesty unterstützt die Forderung der AnwältInnen, die Untersuchung fortzusetzen. Außerdem fordern sie, Konstantina über die Fortschritte der Untersuchungen auf dem Laufenden zu halten – bisher verweigert die Polizei das mit der Begründung, die Schuldigen könnten dadurch auf die Ermittlungen gegen sie aufmerksam werden und einer Verhaftung entgehen.
Konstantina hat infolge des Attentats noch immer gesundheitliche Probleme, insbesondere mit ihrer Speiseröhre und ihren Augen.
Die Bulgarin Konstantina Kuneva ist Gastarbeiterin und Gewerkschaftsführerin in Griechenland. Die Alleinerzieherin kam 2001 nach Griechenland, um Geld für die medizinische Behandlung ihres kranken Sohnes zu verdienen. In Bulgarien arbeitete sie als Geschichtelehrerin, in Griechenland als Reinigungskraft. Am 22. Dezember 2008 wurde sie Opfer eines Säureattentats, durch das sie auf einem Auge erblindete und auf dem anderen nur eingeschränkt sieht. Ihre Stimmbänder und Luftröhre wurden schwer verletzt. Nach dem Attentat lag sie mehrere Tage im Koma. Erst im November 2009 wurde sie aus dem Krankenhaus entlassen – sie braucht allerdings noch mehrere Operationen.
Konstantina hat über 1000 Karten von Amnesty-Mitgliedern erhalten, aus Kanada, Japan und anderen Ländern. Sie war sehr gerührt und hat gegenüber Amnesty wiederholt, dass sie sich weiter für Menschenrechte und ArbeitnehmerInnenrechte wird.
Als Gewerkschafterin forderte Konstantina Kuneva Grundrechte für ArbeiterInnen. Sie übernahm später die Position als Generalsekretärin bei der Attica-Gewerkschaft für Haus- und Reinigungskräfte. Daraufhin wurde sie bei der Arbeitszuteilung benachteiligt, sie wurde unter Druck gesetzt zu kündigen und per Telefon bedroht. Immer wieder hatte sie die Praktiken der ArbeitgeberInnen kritisiert, welche die Löhne bis zu fünf Monate verspätet auszahlen und die Sozialversicherungen nicht bezahlen. Viele der betroffenen Beschäftigten sind MigrantInnen. Wer sich zu wehren versucht, riskiert seine Gesundheit oder gar sein Leben.
Die Polizei leitete nach dem Attentat eine offizielle Untersuchung ein. Menschenrechtsorganisationen kritisieren aber, dass der Schwerpunkt ganz auf Konstantinas Privatleben gelegt wurde und die gewerkschaftliche Aktivität nicht hinreichend beachtet wurde.
Am 5. Mai 2009 überreichte Amnesty International Griechenland eine Petition mit 22.000 Unterschriften an den stellvertretenden griechischen Innenminister Christos Markoyannakis, der eine zügige und unabhängige Untersuchung des Falls versprach und dass alles getan werden würde, um die Verantwortlichen vor Gericht zu bringen. Im Juni 2009 entschied der mit dem Fall betraute Untersuchungsrichter, die Untersuchung zu beenden, obwohl die Schuldigen noch nicht gefunden waren. Nach öffentlichem Druck von Amnesty wurde die Untersuchung des Falls fortgesetzt. Der Minister für BürgerInnenschutz und der Wirtschaftsminister haben außerdem eine Belohnung von 1 Million Euro für Hinweise ausgesetzt, die zur Festnahme und Verurteilung der AngreiferInnen führen.
Die RechtsanwältInnen von Konstantina Kuneva fürchten, dass der Fall geschlossen wird. Sie halten die Untersuchungen auch für mangelhaft, weil die Polizei den Fall erst verspätet untersuchte, weil in der Umgebung des Tatorts keine Untersuchungen stattfanden und weil abgesehen von der ursprünglichen Zeuginnenaussage von Konstantina Kuneva keine weiteren ZeugInnen einvernommen wurden. Die Attica-Gewerkschaft meldete außerdem, dass eine Zeugin des Falls schikaniert wurde.
Werden Sie aktiv!
- Verschicken Sie einen Online-Appell!
- Bitte schreiben Sie höflich formulierte Briefe, Faxe oder E-Mails auf Griechisch, Englisch oder Deutsch:
- verlangen Sie, dass die Untersuchung des Angriffs auf Konstantina Kuneva unparteiisch, unabhängig und effizient durchgeführt wird und dass die Schuldigen vor Gericht gestellt werden.
- Verlangen Sie, dass Konstantina Kuneva laufend über die Fortschritte der Ermittlungen informiert wird.
- fordern Sie die Behörden auf, die Rechte von GastarbeiterInnen zu schützen und bereits bestehende Gesetze durchzusetzen.
- verlangen Sie, dass GewerkschafterInnen und andere MenschenrechtsverteidigerInnen vor ähnlichen Angriffen geschützt werden.
• Schicken Sie Solidaritätsgrüße an Konstantina Kuneva! Schreiben Sie auf Griechisch, Bulgarisch oder Deutsch. Halten Sie die Nachricht einfach, schreiben Sie z. B.
Ich denke an Sie und schicke Ihnen und Ihrer Familie die besten Wünsche.
Ние мислим за Вас и изпращаме на Вас и Вашето семейство нашите най-искрени поздрави! (Bulgarisch)
Οι σκέψεις μας είναι μαζί σας και στέλνουμε τις θερμότερες ευχές μας σε εσάς και την οικογένειά σας. (Griechisch)
Bitte schicken Sie Ihre Karten an:
The Attica Union of Cleaners and Domestic Workers
3rd Septemvriou (September 3rd) 48
T.K 10433 Athens
Griechenland
• Verstärken Sie Ihre Aktionen rund um den 1. Mai, den Tag der Arbeit, und den 28. September, Konstantinas Geburtstag!
• Unterstützen Sie unsere Arbeit für Menschen in Gefahr mit Ihrer Spende!
APPELLE AN:
Minister für Justiz, Transparenz und Menschenrechte
Minister of Justice, Transparency and Human Rights
Haris Kastanidis
96, Mesogeion Anevue
115 27 Athens
Griechenland
E-Mail: grammatia(at)justice.gov.gr
Fax: +30 210 7755835
Anrede: Dear Minister
Direktor des Gerichts 1. Instanz
Director of the First Instance Courts of Athens
Building No. 6
Proin Sholi Evelpidon
Athens 10167
Griechenland
Anrede: Dear Director
Staatsanwalt des Kassationsgerichts
Ioannis Tendes
Public Prosecutor of the Court of Cassation (Areios Pagos)
Alexandras Avenue 121
Athens 11510
Griechenland
Fax +30 210 6433799
E-Mail eisap(at)otenet.gr
Anrede: Dear Public Prosecutor
Direktor des Staatsanwaltbüros des Athener Berufungsgerichts
Director of Prosecutor's Office of the Athens' Appeal Court
Kirillou Loukareos 14
Athens 11475
Griechenland
Fax: +30 210 6404589
Anrede: Dear Director
KOPIEN AN:
Griechische Botschaft in Österreich
Botschaft der Hellenischen Republik
S.E. Herr Panayotis Zografos, ao. u. bev. Botschafter
Argentinierstraße 14, 1040 Wien
Fax: (+43 / 1) 505 62 17
E-Mail: gremb(at)griechischebotschaft.at
Bitte geben Sie uns laufend (spätestens bis Dezember 2011) eine Rückmeldung, welche Aktionen Sie gesetzt haben und wie viele Appelle Sie verschickt haben! Schicken Sie diese an menschen-in-gefahr(at)amnesty.at oder an Amnesty International Österreich, Moeringgasse 10, 1150 Wien.
Sie wollen aktiv bei Amnesty mitarbeiten und sich besonders für GewerkschafterInnen einsetzen? Melden Sie sich bei der Arbeitsgruppe für verfolgte GewerkschafterInnen von Amnesty International Österreich!
Wenn Sie Fragen haben kontaktieren Sie uns unter menschen-in-gefahr(at)amnesty.at oder 01/78008.



