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Menschen in Gefahr / Rumänien:
Gerechtigkeit für die Roma-Familien aus Cluj-Napoca
Am 17. Dezember 2010 verloren etwa 350 Menschen (76 Familien) ihre Wohnungen im Zentrum der Kreisstadt Cluj-Napoca durch eine rechtswidrige Zwangsräumung. Betroffen waren in allererster Linie Roma. Vierzig Familien wurden in den entfernten Ortsteil Pata Rât umgesiedelt und in zehn Modulhäusern mit Einraum-Wohnungen untergebracht – auf dem Gelände in der Nähe der städtischen Mülldeponie und einer Chemieabfallhalde.

- Zwangsräumung der Romafamilien in der Coastei Strasse, Cluj-Napoca, 17. Dez. 2010 (c) citynews
NEWS! Von 11. bis 14. Februar haben sich VertreterInnen von Amnesty International, dem European Roma Rights Centre und der NGO Fundatia Deside mit rumänischen Regierungsmitgliedern getroffen, um über die Verbesserung der Situation von Roma zu sprechen. Der neue Minister für Regionalentwicklung gab erstmals zu, dass die "Situation der Roma in Pata Rât inakzeptabel" sei, und das Meeting als "starkes Signal für den Wunsch des Ministeriums" zu werten sei, "den Zugang der Roma Communies zu angemesssenem Wohnraum zu regeln".
Am 17. Dezember 2010 verloren etwa 350 Roma (76 Familien) ihre Wohnungen im Zentrum der Kreisstadt Cluj-Napoca durch eine rechtswidrige Zwangsräumung. 40 Familien wurden in Wohneinheiten nahe der städtischen Müllhalde am Stadtrand im Viertel Pata Rât umgesiedelt, die nicht den Kriterien für angemessenen Wohnraum entsprechen, andere Familien blieben obdachlos. Die Behörden hatten die Betroffenen vorher nicht vollständig zu den Räumungsplänen konsultiert, und die Gemeinschaft hatte keine Möglichkeit, am Entscheidungsprozess teilzuhaben.
Es gibt Wasser, Strom, und einfache sanitäre Anlagen, aber keinen Gasanschluss und kein heißes Wasser.
„Das Zimmer ist sehr klein. Wasser dringt von außen durch die Wände. Es ist wirklich schlimm, ein Albtraum. Hier kann man mit einer Familie nicht leben. … Nebenan wohnt eine Familie mit 13 Personen, davon elf Kinder; alle in einem Raum“, sagte Marius .
Unterstützen Sie die Forderung nach Gerechtigkeit für die früheren Bewohner der Coastei-Straße. Unterzeichnen Sie den Online-Appell und schreiben Sie dem Bürgermeister von Cluj-Napoca und dem rumänischen Minister für regionale Entwicklung und Tourismus!
36 Familien erhielten keinerlei Ersatzunterkünfte. Sieben von ihnen kamen bei Verwandten in den Modulhäusern unter. Den übrigen 29 wurde erlaubt, sich Behelfshütten nahe bei den Modulhäusern zu bauen.
„Ich habe gerade mal dies Stück Land und habe sie [die Hütte] aus Materialien, die ich im Müll gesammelt habe, zusammengezimmert. Ich habe den ganzen Winter über gefroren, weil sie nicht dicht ist“, sagte Lia
Für diese Familien gibt es keinen Strom, kein Wasser und keinerlei sanitäre Anlagen. Da ihr Wohnrecht nicht offiziell dokumentiert ist, leben sie in ständiger Gefahr, auch diese Unterkunft erneut durch Zwangsräumung zu verlieren.
Die Unterbringung in Pata Rât erschwert den Zugang zu Arbeit, Bildung, und anderen wichtigen Dienstleistungen; die nächste Bushaltstelle ist mehr als 2,5 Kilometer entfernt. Außerdem klagen die Umgesiedelten über die Verschlechterung ihres Befindens:
„Überall sieht man nichts als Müll; der Gestank greift unsere Gesundheit täglich mehr an“, sagte Aura .
Wiederholte Anträge von Familien und Menschrechtsaktivisten, die schweren Menschenrechtsverletzungen wieder gutzumachen, blieben bisher ohne Reaktion. Die Betroffenen fürchten, dass die Behörden sie ihrem Schicksal überlassen wollen.
Lesen Sie den bewegenden Blog Eintrag von Mitgliedern der Roma Community im Amnesty Live Wire!
http://livewire.amnesty.org/2012/04/04/members-of-the-roma-community-forcibly-evicted-from-coastei-street-share-their-story/
Lesen Sie die öffentliche Stellungnahme von Amnesty International, ERRC und der NGO Fundatia Deside "Roma Housing in Spotlight as NGOs Meet New Government in Romania"
und das gemeinsame Briefing Paper "Briefing to the Romanian Government on the Right to Adequate Housing with regard to the Marginalized Roma Communities"



