
GUTE NACHRICHT
Erfolge bei Urgent Actions (April bis Juni 2010)
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Menschen in Gefahr / VR China:
Freiheit für Mao Hengfeng!
Die Menschenrechtsverteidigerin Mao Hengfeng wurde wiederholt für ihre Arbeit zur Verteidigung der reproduktiven Rechte von Frauen, für die Opfer von Zwangsräumungen und für ihre Unterstützung von MenschenrechtsverteidigerInnen inhaftiert und mehrfach gefoltert. Sie befindet sich in Gefahr, im Gewahrsam der Polizei wieder gefoltert oder misshandelt zu werden. Amnesty International betrachtet Mao als gewaltlose politische Gefangene. Sie wird allein wegen ihrer Menschenrechtsarbeit in Haft gehalten.
NEUE ADRESSE (3. 9.)
Diese E-Mail-Adresse (aus der Urgent Action) ist leider fehlerhaft, bitte nicht mehr verwenden: ahljjbgs(at)ahljj.gov.cn
URGENT ACTION (27. 7.)
„VertreterInnen von Shanghai, ihr sollt eurem Volk dienen. Kommt und hört uns zu! Wir wollen Demokratie und Freiheit und das Ende der Folter!“
Mao Hengfeng bei einer Demo in Shanghai im Jänner 2009
Am 4. 3. 2010 wurde sie wegen Störung der öffentlichen Ordnung zu 18 Monaten „Umerziehung durch Arbeit“ verurteilt, weil sie am 25. 12. 2009 vor einem Gericht in Peking aufstachelnde Slogans geschrien, Polizeiwarnungen ignoriert und die Aufmerksamkeit von PassantInnen auf sich gezogen hatte. Ihre Familie und ihre RechtsanwältInnen versuchten, sie zu besuchen, sind daran aber von der Polizei gehindert worden. Mao Hengfeng wurde schon früher in Haft gefoltert und anderweitig misshandelt, daher fürchten ihre Familie und die RechtsanwältInnen, dass sie jetzt wieder in Gefahr ist. Sie ist seit 2004 immer wieder in Haft und oft durften ihre Angehörigen sie nicht sehen. Es stellte sich dann oft heraus, dass sie zu diesen Zeiten gefoltert wurde.
Mao Hengfeng wurde am 24. 2. 2010 verhaftet und zuerst für 10 Tage in Shanghai in Verwaltungshaft gehalten für die „Störung der öffentlichen Ordnung“. Später erfuhr ihre Familie, dass Mao 18 Monate für die Aktivitäten im Dezember 2009 abzubüßen hätte, beginnend mit 4.3. Mao Hengfeng unterstützte im Dezember 2009 vor dem Gericht in Peking den Menschenrechtsaktivisten Liu Xiaobo (Foto rechts): Er stand an dem Tag vor Gericht und wurde zu 11 Jahren Gefängnis verurteilt wegen „Aufstachelung zu Untergrabung der Staatsmacht“ in den Artikeln, die er geschrieben hatte und in denen er politische Reformen in China verlangte, und wegen seiner Ko-Autorenschaft bei einem Vorschlag (genannt Charter 08), politische und rechtliche Reformen voranzutreiben.
Fotos von Mao Hengfeng
Hintergrundinformationen
Mao Hengfeng war 1988 mit ihrem dritten Kind schwanger. Sie wurde von den Behörden in der staatlichen Seifenfabrik, in der sie arbeitete, aufgefordert abzutreiben, um der chinesischen Familienplanung zu entsprechen. Sie protestierte bei der Firmenleitung. Daraufhin kam sie in eine psychiatrische Anstalt, wo ihr eine Reihe von Medikamenten injiziert wurde. Nach einer Woche wurde sie entlassen. Sie brachte das Kind trotzdem zur Welt, aufgrund der Medikamente hatte das Kind aber zahlreiche gesundheitliche Probleme.
Den Job in der Fabrik verlor sie, gewann die Klage gegen die Entlassung, der Arbeitgeber legte aber Berufung ein. Da war Mao schon mit dem 4. Kind schwanger. Der Richter sagte, er würde zu ihren Gunsten entscheiden, wenn sie abtreiben würde – was sie tat. Der Richter entschied trotzdem gegen sie. Sie wandte sich sofort an die Behörden wegen ihrer Entlassung und wegen der Verweigerung von Menschenrechten wie dem Recht auf Meinungsfreiheit. Die Polizei reagierte darauf mit mehreren willkürlichen Verhaftungen. Im April 2004 wurde sie zu 18 Monaten Umerziehung durch Arbeit verurteilt, wo sie mehrfach gefoltert wurde: Ihre Hände und Füße wurden an die Ecken des Bettrahmens gebunden, sodass sie sich nicht bewegen konnte, und musste mehrere Tage in dieser Position verbleiben. Ihr wurden zwangsweise Mittel eingeflößt, die zu Übelkeit und Bewusstlosigkeit führen. Als sie im September 2005 entlassen wurde, drohte man ihr mit „ernsten Konsequenzen“, falls sie sich weiter engagieren würde.
Heute ist ihr Gehör geschädigt, sie leidet sie unter Bluthochdruck, ständigen Schmerzen durch die Folterfolgen, einer Hautinfektion wegen der unhygienischen Bedingungen und chronischen Magenschmerzen. Sie litt körperlich und psychisch, war dem Selbstmord nahe, aber die internationale Unterstützung, die sie u.a. von Amnesty International erhalten hat, richtete sie wieder auf.
Dankesbrief von Mao Hengfengs Familie, Okt. 2008
WERDEN SIE AKTIV!
- Unterschreiben Sie den Online-Appell!
- Bitte schreiben Sie höfliche Briefe auf Mandarin, Englisch oder Deutsch.
- Drängen Sie die Behörden, Mao Hengfeng sofort und bedingungslos freizulassen;
- Verlangen Sie eine vollständige und unparteiische Untersuchung der Folter und der Misshandlungen, die Mao Hengfeng in Haft erlitten hat, und dass die Verantwortlichen vor Gericht gestellt werden;
- Bitten Sie die Behörden zu garantieren, dass Mao Hengfeng und andere MenschenrechtsverteidigerInnen ihren friedlichen und legitimen Aktivitäten nachgehen können ohne willkürliche Haft oder Schikanierung fürchten zu müssen.
Individuell verfasste Briefe sind immer am wirksamsten! Falls Sie wenig Zeit haben, können Sie auch unseren beigelegten Musterbrief übernehmen. Bitte schicken Sie Ihren Brief wenn möglich an alle EmpfängerInnen und eine Kopie an die Botschaft.
- Schicken Sie Solidaritätsgrüße an Mao Hengfeng! Schreiben Sie auf Mandarin, Englisch oder Deutsch. Halten Sie die Nachricht einfach, schreiben Sie z. B.
Wir sind besorgt, dass Sie wieder festgenommen wurden. Wir setzen uns für Ihre sofortige und bedingungslose Freilassung ein. Geben Sie nicht auf!
We are worried that you have been detained again. We are campaigning for your immediate and unconditional release.
我们为你再次被关押感到忧虑,我们致力争取你尽快,无条件获得释放。
Schicken Sie Ihre Botschaften an:
Mao Hengfeng
Shanghai Shi
Yangpu Qu,
Huangxing Lu 1 Hao
811 Shi
200090
Volksrepublik China
Hinweis (falls Sie religiöse Karten schicken wollen): Mao Hengfeng ist überzeugte Christin.
Verstärken Sie Ihre Aktionen rund um den 29. November (Tag der Menschenrechtsverteidigerinnen), den 9. Dezember (Maos Geburtstag) und den 10. Mai (Muttertag in China).
Bitte geben Sie uns laufend (spätestens bis Dezember 2010) eine Rückmeldung, welche Aktionen Sie gesetzt haben und wie viele Appelle Sie verschickt haben! Schicken Sie diese an menschen-in-gefahr@amnesty.at oder an Amnesty International Österreich, Moeringgasse 10, 1150 Wien.
APPELLE AN:
Premierminister
WEN Jiabao Guojia Zongli
The State Council General Office
2 Fuyoujie
Xichengqu
Beijingshi 100017
Volksrepublik China
Anrede: Your Excellency
Direktor des Büros für Öffentliche Sicherheit, Schanghai
HZHANG Xuebing Juzhang
Shanghaishi Gong'anju
128 Wuningnanlu
Qing’anqu
Shanghaishi 200042
Volksrepublik China
Fax: +86 21 24023089
Anrede: Dear Director
JUSTIZMINISTER DER VOLKSREPUBLIK CHINA
WU Aiying Buzhang
Sifabu, 10 Chaoyangmen Nandajie
Chaoyangqu, Beijingshi 100020
VOLKSREPUBLIK CHINA
(korrekte Anrede: Dear Minister)
NEUE ADRESSE!
Direktor des Büros zur Administration von Umerziehung-durch-Arbeit der Provinz Anhui
WANG Yinghui Juzhang
Anhuisheng Laodong Jiaoyang Guanliju
310 Anqinglu
Hefeishi 230061
Anhuisheng
Volksrepublik China
Fax: +86 551 2828979
E-Mail: yinbenming(at)126.com (c/o Anhui Provincial Justice Bureau)
Anrede: Dear Director
KOPIEN AN:
Chinesische Botschaft in Österreich
Botschaft der Volksrepublik China
S.E. Herr Ken WU, ao. u. bev. Botschafter
Metternichgasse 4, 1030 Wien
Fax: (+43 / 1) 713 68 16
E-Mail: chinaemb_at(at)mfa.gov.cn
Wenn Sie Fragen haben, kontaktieren Sie uns unter menschen-in-gefahr(at)amnesty.at oder 01/78008.








