YODOK - GEHEIMES GEFANGENENLAGER

(c) Private Shin Sook-ja und ihre beiden Töchter

Mehr als 200.000 Menschen werden in Nordkorea unter unmenschlichen Bedingungen in sechs politischen Gefangenenlagern festgehalten. Kritik an der politischen Führung des Landes, der Empfang südkoreanischer Radiosender oder der Grenzübertritt nach China sind nur einige der „Gründe“, inhaftiert zu werden.

Besonders grausam ist die Praxis, dass zumeist auch Eltern, Großeltern, Geschwister bis hin zu Cousins und Cousinen der Verdächtigen eingesperrt werden. Diese Familienmitglieder werden meistens nicht einmal über den Grund ihrer Gefangenschaft informiert. Shin Sook-ja und ihre beiden Töchter Oh Hae-won und Oh Gyu-won (Bild) sind seit 1987 inhaftiert, weil ihr Mann bei einer Auslandsreise um Asyl in Dänemark angesucht hatte. Kinder, die in der Gefangenschaft geboren werden, sind automatisch Häftlinge.

Yodok ist eines der politischen Gefangenenlager Nordkoreas. Die 50.000 Häftlinge sind dort u.a. Zwangsarbeit, Folter und Misshandlungen ausgeliefert. Der ehemalige Gefangene Jeong Kyoungil berichtete, dass der Arbeitstag in Yodok von 4 Uhr bis 20 Uhr gedauert habe. Nach dem Abendessen hätten sie zur "ideologischen Erziehung" antreten müssen. "Falls wir uns nicht an die zehn Ethikgebote erinnerten, wurde uns nicht erlaubt zu schlafen."

© 2011 DigitalGlobe, Inc Satellitenaufnahme vom politischen Gefangenenlager 15 in Nordkorea, aufgenommen am 7. April 2011.

Öffentliche Hinrichtungen stehen an der Tagesordnung. Shin Dong-hyuk, der im Gefangenenlager Nr. 14 geboren wurde, wurde gezwungen, die Hinrichtung seiner Mutter und seines Bruders mitanzusehen. Die beiden hatten zuvor versucht zu fliehen. In den Lagern befinden sich sogenannte Folterkäfige, in denen man weder richtig stehen noch liegen kann. Ein Fall ist bekanntgeworden, in dem ein Kind acht Monate lang in einem solchen Käfig aushalten musste.

Die Kombination aus gefährlicher Zwangsarbeit, unzureichender Essensversorgung, Prügel oder anderen Strafen, die gänzlich fehlende medizinische Versorgung und katastrophale hygienische Bedingungen führen zu unzähligen Kranken und Todesfällen in den Lagern. Es wird vermutet, dass um die 40% der Inhaftierten an Unterernährung sterben.

„Hunderttausende Menschen existieren praktisch ohne Rechte und werden im Grunde als Sklaven behandelt“, so Sam Zarifi, Amnesty-Direktor für die Region Asien-Pazifik. Die kommunistische Diktatur könne die Existenz der Lager nicht mehr bestreiten. Satellitenbilder zeigen, dass die Gefängnisse im Vergleich zu Aufnahmen von 2001 sogar deutlich vergrößert wurden.

 

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