NATALIA ESTEMIROVA - ERMODERT IM JUNI 2009

(c) Memorial

Natalia Estemirova – Die Journalistin und Menschenrechts-verteidigerin war eine der führenden MitarbeiterInnen der russischen Menschenrechtsorganisation „Memorial“ in Grosny, Tschetschenien. Seit Beginn des zweiten Tschetschenienkrieges 2000 bemühte sie sich, Fälle von Folter und anderen Misshandlungen in der Kaukasusregion aufzudecken sowie Morde und das Verschwindenlassen von Menschen aufzuklären.

Sie wurde im Juli 2009 vor ihrem Wohnhaus in Grosny in ein Auto gezerrt und entführt. Einige Stunden später wurde ihre von Schusswunden versehrte Leiche in der benachbarten Republik Inguschetien gefunden.

Niemand hat sich öffentlich für die Tat bekannt. Laut den russischen Behörden wurde der Mord an Natalia Estemirova von bewaffneten Gruppierungen begangen. Einem unabhängigen Untersuchungsbericht zufolge (erstellt von FIDH, Novaya Gazeta und Memorial) ist diese offizielle Version jedoch nicht beweiskräftig, u.a. weil die Ermittlungen viele Fehler und Mängel aufweisen. Es spricht vieles dafür, dass Natalia Estemirova aufgrund ihrer Menschenrechtsarbeit getötet wurde.

Der Mord an Natalia Estemirova verdeutlicht, unter welch gefährlichen Umständen MenschenrechtsverteidigerInnen in Russland arbeiten. Er steht in einer traurigen Reihe mit den Morden an dem Anwalt Stanislav Markelov (Jänner 2009), der Journalistin Anastasia Baburova (Jänner 2009) und der Journalistin Anna Politkowskaja, die 2006 ermordet worden ist. Stanislav Markelov und Anna Politkowskaja waren enge FreundInnen und KollegInnen von Natalia Estemirova.

Natalia Estemirovas Arbeit wurde u.a. durch folgende Auszeichnungen geehrt:

•    2004: Livelihood Award (auch "Alternativer Nobelpreis" genannt) des schwedischen Parlaments

•    2005: Robert-Schuman-Medaille des Europäischen Parlaments

•    2007: Preisträgerin des Anna Politkowskaja-Preises

 

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