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Artikel/Bericht / Irak:

Frauen im Irak: Gefangen in der Gewaltspirale

Gewalt, Anschläge und Entführungen gehören im Irak zum Alltag. Die Menschenrechte von Frauen und Mädchen werden systematisch verletzt. Frauen werden von radikalen islamistischen Gruppen wegen ihres Berufs oder wegen ihres sozialen Engagements verfolgt, aber auch Religion und Herkunft sind Gründe für Unterdrückung. Viele Frauen trauen sich überhaupt nicht mehr auf die Straße, aus Angst leben sie eingesperrt in ihren eigenen Häusern.

Frauenrechte

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Montag, 5. Oktober 2009

Frauen als Zielscheibe der Gewalt

Die Polizei von Basra verzeichnet einen enormen Anstieg von Frauen, die ermordet wurden. Oft weigern sich die Verwandten, die Opfer zu identifizieren oder ihren Leichnam zur rituellen Verbrennung abzuholen. Viele Frauen wurden von Angehörigen bewaffneter islamistischer Gruppen oder von männlichen Verwandten getötet, viele Frauen haben Angst, selbst zur Zielscheibe zu werden. Oft finden sich neben den Leichen Notizen, die das Mordopfer beschuldigen, sich nicht-islamisch verhalten zu haben.

Besonders viele Morde passieren in den kurdischen Autonomiegebieten. Zwischen Juli 2007 und Juni 2008 wurden 102 Frauen ermordet, weitere 262 wurden schwer verletzt, weil sie angezündet wurden oder sich selbst verbrannt haben. Verwandte und Freunde von Selbstmordopfern berichten, dass diese durch Gewalt und Unterdrückung in der Familie regelrecht in den Selbstmord getrieben wurden.

Die Unterdrückung von Frauen geht aber noch weiter: Frauen werden an Checkpoints eingeschüchtert und schikaniert, weil sie Kleidungsvorschriften nicht eingehalten haben oder weil sie selbständig Auto fahren. Ein Bericht von „Women for Women“ International (2008) hat einen Anstieg von Gewalt dokumentiert. Viele Frauen sind in Ihren eigenen Häusern gefangen und trauen sich aus Angst vor nicht auf der Straße.

Freibrief für Mörder und Vergewaltiger

Viele Männer, die Gewaltverbrechen an Frauen begehen, werden nie zur Verantwortung gezogen. Einen Mörder, der aus „ehrbaren Motiven“ getötet hat, erwarten im schlimmsten Fall sechs Monate Gefängnis. Die Auslegung der Gesetze erlaubt immer noch die Züchtigung der Frau durch ihren Mann. Das ist geradezu ein Freibrief für Männer, Gewalt gegen Frauen anzuwenden.

Polizei und Justiz haben daher oft keine Möglichkeit, Gewalt ausübende Männer zu verfolgen und zur Verantwortung zu ziehen. Selbst dann nicht, wenn eine Frau ermordet wurde. Eine verheerende Botschaft für alle Frauen im Irak: Sie zu töten und zu schlagen ist das gute Recht des Mannes.