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Aktion:

Ein zu früher Tod - Müttersterblichkeit fordert jede Minute ein Frauenleben

Mehr als eine halbe Million Frauen sterben jedes Jahr aufgrund von Komplikationen während Schwangerschaft und Geburt - das ist eine Frau pro Minute. Die meisten dieser Sterbefälle könnten verhindert werden - durch qualitativ hochwertige, leistbare und zeitgemäße medizinische Versorgung, die leicht erreichbar ist.

Frauenrechte, Müttersterblichkeit, Medizinische Versorgung, Menschenrechte & Armut

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Freitag, 11. Juni 2010

Diese Tatsachen beschreiben nicht nur einen weltweiten medizinischen Notstand - es ist ein Menschenrechtsskandal

Nachlässigkeit der Regierungen und Diskriminierung verletzen die Rechte der Frauen auf Leben und auf Gesundheit in massiver Weise. Diese Menschenrechtsverletzungen beinhalten die Gewalt, der Frauen ausgesetzt sind, die Diskriminierung, die sie erfahren und die Beschränkungen, die ihnen auferlegt werden, wenn es darum geht, selbstbestimmt zu entscheiden, wie viele Kinder, sie wann, wie und wo gebären wollen. All diese Menschenrechtsverletzungen sind Teil der Problematik von Müttersterblichkeit. Diese unnötigen Todesfälle spiegeln jenen Kreislauf von Menschenrechtsverletzungen wieder, die Armut definieren und aufrecht erhalten: Mittellosigkeit, Ausgrenzung, Unsicherheit und Stimmlosigkeit.

Armut fördert Müttersterblichkeit - Tod, Behinderung oder bleibende Krankheiten der Mutter führen Familien noch weiter in Armut hinein.

Fordern Sie die Regierungen der USA und von BURKINA FASO auf, die nötigen Schritte zu tun, um die medizinische Versorgung ALLER Frauen in ihrem Land zu verbessern!

Vielen Dank für Ihren Einsatz!
Wir warten derzeit auf eine Rückmeldung auf die übermittelten Unterschriften.

Sobald es Neuigkeiten gibt, wie sich die Situation in den USA weiter entwickelt, werden wir Sie hier darüber informieren.

Nutzen Sie doch die Wartezeit, um sich auch für andere aktuelle Aktionen einzusetzen.

Danke!

Motivieren Sie auch andere, sich für die Rechte von Müttern einzusetzen! Sammeln Sie Unterschriften!

USA

(c) Amnesty International - Maria und ihre einjährige Tocher.

"Ich fühlte mich plötzlich sehr schlecht - mein Herz. Ich konnte nicht atmen - ich dachte, oh mein Gott, ich sterbe... Die Krankenpflegerin antwortete nicht - ich weiß nicht, ob sie mich nciht verstand, sie sprach kein Spanisch... Ich erklärte ihr, wie ich mich fühlte, aber ich bekam keine Rückmeldung."

In den USA lebende Frauen haben ein höheres Risiko im Laufe ihres Lebens aufgrund von Komplikationen rund um Schwangerschaft und Geburt zu sterben, als Frauen in 40 anderen Ländern. Vor allem für Angehörige von Minderheiten ist das Risiko besonders hoch. Das Müttersterblichkeitsrisiko Schwarzer Frauen in den USA, dem reichsten Land der Welt, ist fast viermal so hoch wie das Weißer Frauen.

Obwohl riesige Summen in medizinische Versorgung, vor allem Frauengesundheit, investiert werden, bleibt das Gesundheitssystem lückenhaft und Frauen werden viele Hindernisse in den Weg gelegt, die sie daran hindern, jene Leistungen zu erhalten, die sie benötigen.
Seit mehr als 20 Jahren sit es den US-Regierungen nicht gelungen, die Müttersgesundheits-Situation zu verbessern.

Das vorrangige Ziel von Amnesty International ist die Schaffung einer Abteilung für Müttergesundheit innerhalb des Ministeriums für Gesundheit und Soziales, das damit betraut sein soll, den Zugang zu Gesundheitsversorgung für Schwangere und Mütter zu sichern udn bestehende Missverhältnisse zu bekämpfen.

BURKINA FASO

(c) Anna Kari - Ramatoulaye, 25, mit ihrer 4 Monate alten Tochter.

„Die ersten Wehen setzten ein. Mein Schwager fuhr mich mit seinem Motorrad, mein Mann folgte uns auf einem anderen Motorrad. Als wir das Flussufer erreichten, suchten wir nach dem Bootsmann. Er war aber nicht da, weil er noch einen anderen Job hat. Deshalb brachte ich mein Kind alleine am Flussufer zur Welt. Es war sehr schwierig.“

In Burkina Faso sterben jährlich mehr als 2'000 Frauen aufgrund von Komplikationen während der Schwangerschaft oder bei der Geburt: Das sind im Schnitt mindestens fünf Frauen pro Tag. Fast alle könnten durch eine bessere Gesundheitsversorgung gerettet werden.

Das westafrikanische Land Burkina Faso gehört zu den ärmsten Ländern der Welt. Fast die Hälfte der Bevölkerung lebt unter der Armutsgrenze.

Verfassung und Gesetz von Burkina Faso verbieten jegliche Form der Diskriminierung, namentlich aufgrund des Geschlechts. Dennoch werden Frauen in vielfacher Hinsicht marginalisiert und diskriminiert. Mangelnder Zugang, nicht nur zur Gesundheitsversorgung sondern auch zu Bildung, zu Erwerbsarbeit und zu gesellschaftlicher und politischer Macht tragen zur hohen Müttersterblichkeit bei. Am höchsten ist diese bei Frauen, die in ärmsten Verhältnissen leben, den geringsten Bildungsstand haben und in ländlichen Regionen leben.

Zwar hat die Regierung von Burkina Faso mit Hilfe internationaler Geldgeber große Anstrengungen unternommen, um die Müttersterblichkeit zu senken. So werden seit 2006 - mindestens auf dem Papier - 80% der Kosten für Geburt, Notfallversorgung für Schwangere sowie Versorgung von Neugeborenen durch den Staat übernommen. Verbreitete Korruption steht der Umsetzung dieser Strategie jedoch im Wege, und die Qualität der medizinischen Leistungen lässt in vielerlei Hinsicht zu wünschen übrig.