TAGUNGEin Recht auf Würde
Veranstaltungsort:
Bildungshaus Schloss Retzhof Dorfstrasse 17 8430 Leitring/Leibnitz www.retzhof.at |
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Freitag, 06.11.2009 16:00 - Sonntag, 08.11.2009 12:00
"Ich werde oft gefragt, was die schwerste Menschenrechtsverletzung unserer Zeit ist, und meine Antwort ist immer dieselbe: Extreme Armut“
(Mary Robinson, Former United Nations High Comissioner for Human Rights)
Menschen, die in Armut leben, leiden nicht nur unter materiellen Entbehrungen, sondern sie sind auch ausgeschlossen, ohne Mitspracherecht, bedroht durch Gewalt und Vertreibung. Die Achtung der Menschenrechte verlangt ein Mitspracherecht der Menschen, verlangt das Recht, in Würde zu leben, das Recht auf Nahrung, Zugang zu Gesundheitsversorgung, Bildung und ein Dach über dem Kopf.
Diese Amnesty Tagung blickt aus menschenrechtlicher Sicht auf Entwicklungszusammenarbeit, geht dabei dem Menschenrechtsansatz auf den Grund und fragt, was das in der Praxis für Menschen in Asien, Afrika oder Lateinamerika bedeutet. Armut ist aber nicht nur ein Problem der Länder des Südens. Auch in Europa, auch in Österreich gibt es Menschen, deren „Recht auf Würde“ nicht gewahrt wird. Armut in dem Land, in dem wir leben, soll daher bei der Tagung nicht ausgespart werden.
Ein wichtiger Teil der Tagung wird auch die Beschäftigung mit Strategien und Möglichkeiten sein, was jede/r von uns tun kann, um gegen Armut aufzutreten. Armut ist kein Schicksal. Wir alle können dazu beitragen, dass Menschen ihr „Recht auf Würde“ zugestanden wird. In den Vorträgen, Workshops und Diskussionen werden wir dem nachgehen. Auch die Aktionsmöglichkeiten von Amnesty International werdenThema sein.
Abseits des Programms gibt es in gemütlicher Atmosphäre auch genügend Zeit zum Kennenlernen und Austausch mit Gleichgesinnten.
Zielgruppe: Personen, die aus privatem Interesse, Engagement oder aus beruflichen Gründen mehr über das Thema wissen wollen
TeilnehmerInnenanzahl: 40-100
Kosten:
Verpflegung:
Frühstück: EUR 4,- | Mittagessen: EUR 7, | Abendessen: EUR 5,-
Ermäßigter Beitrag für Studierende: Übernachtung Vollpension 25.-
Mittagessen: 6.- | Abendessen: 4.-
Bitte unbedingt den Ausweis für Studierende bei der Anmeldung vorweisen!
Nächtigung:
Mehrbettzimmer: EUR 14,–
Einzelzimmer: EUR 21,-
Seminargebühr:
die Tagungskosten werden von Amnesty International Österreich getragen. Übernachtung, Verpflegung und Anreise sind nicht inkludiert. Die Bezahlung des Zimmers und der Verpflegung erfolgt vor Ort beim Einchecken.
Stornobedingungen:
Bei Stornierung bis drei Wochen vor Veranstaltungsbeginn wird keine Stornogebühr berechnet, bei Stornierung innerhalb der drei Wochen werden 20 Euro verrechnet. Bei Nennung eines/einer der Zielgruppe entsprechenden ErsatzteilnehmerIn für den Tagungsplatz und die gebuchten Übernachtungen entfällt die Stornogebühr.
Trainerinnen: nationale und internationale ExpertInnen
Freitag, 06.November 2009
| 16:00 - 18:00 |
EINCHECKEN |
| 18:00 - 19:00 |
ABENDESSEN |
| 19:00 - 19:10 |
BEGRÜSSUNG Barbara Weber, Leiterin Aktivismus & Training/ Amnesty Academy |
| 19:10 - 20:30 |
DIE VIELEN GESICHTER DER ARMUT Überlegungen zum Umgang mit prekären Lebensbedingungen in einer globalisierten Welt Der Vortrag befasst sich mit dem Phänomen der Armut aus sozialwissenschaftlicher Perspektive und zeigt verschiedene Ansätze auf, die Armut im Laufe des 20. Jahrhunderts definiert und diskutiert haben. Dabei wird vor allem darauf hingewiesen, dass Menschen je nach kulturellen, sozialen oder ökonomischen Rahmenbedingungen sehr unterschiedlich von Armut betroffen sind und damit ebenso unterschiedlich umgehen. Deshalb ist ein differenzierter, reflektierter Umgang mit dem Begriff und seiner Verwendung unbedingt notwendig, um Armut nicht als Schicksal oder unveränderlichen Zustand zu definieren, sondern als Ergebnis struktureller, gesellschaftlich geschaffener Ungleichheiten. Das gemeinsame Entwickeln von Strategien gegen weltweit existierende Formen der Armut kann mittels eines solchen Perspektivenwechsels leichter gelingen. |
Samstag, 07.November 2009
| 09:00 - 09:45 |
DER MENSCHENRECHTSANSATZ IN DER ENTWICKLUNGSZUSAMMENARBEIT Petra Purkarthofer, Politikwissenschaftlerin und Anthropologin, Institut für Politikwissenschaft der Universität Wien Menschenrechte und Entwicklung - zwei verschiedene Paar Schuhe oder doch dieselbe Seite der Medaille. Der Vortrag geht der Frage nach, welche Rolle der Menschenrechtsansatz in der Entwicklungszusammenarbeit spielt und behandelt folgende Fragestellungen: Welchen Einfluss haben entwicklungstheoretische Annahmen auf die Entwicklungszusammenarbeit und die Umsetzung von Entwicklungsprojekten? |
| 09:45 - 12:15 |
WORKSHOPS (wahlweise) 1) FAIRE ARBEITSBEDINGUNGEN WELTWEIT 1) FAIRE ARBEITSBEDINGUNGEN WELTWEIT Der Großteil unserer Kleidung, Sportartikel, Spielzeuge und Computer werden in Asien, Lateinamerika, Afrika und Osteuropa produziert, wo Arbeitskraft billig und der Einfluss von Gewerkschaften gering ist. Dabei wird täglich gegen Menschen- und Arbeitsrechte verstoßen.
2) LEBEN IN DEN SLUMS DIESER WELT- EINE FRAGE DER BÜRGERRECHTE Der Workshop setzt sich mit dem Phänomen der als Slums / Favelas / Bidonvilles bezeichneten Siedlungen auseinander. Es wird ein Überblick über die weltweite Entwicklung gegeben, die Lebensumstände der BewohnerInnen werden reflektiert. Ob Rassismus, Drogenhandel oder Bürgerwehr, diskutiert werden Ursachen ebenso wie konkrete Auswirkungen dieser zunehmenden Ghettoisierung. Der Nicht-Zugang zu staatlicher Infrastruktur und ihren Dienstleistungen wird als eines der grundlegenden Probleme hervorgehoben. Anhand von konkreten Fallbeispielen aus den Favelas von Rio de Janeiro und Salvador da Bahia werden sozial-, kultur-, bildungs- und aktivistische Ansätze aufgezeigt, die die Lebensbedingungen verbessern helfen sollen.
3) WAS BEDEUTET ARMUT IN ÖSTERREICH? Der Workshop gibt eine Einführung zur sozialhistorischen Entwicklung und welche Konzepte den heutigen Definitionen in Ö (und EU) zugrunde gelegt werden, wobei der Fokus auf die österreichische Sozialberichterstattung gelegt wird. Aktuelle Ergebnisse aus der Armuts- und Sozialberichterstattung werden vorgestellt und kritisch diskutiert: Dabei werden folgende Fragestellungen gemeinsam erarbeitet: Was wird heute in Österreich als Armut betrachtet und warum? Welche Probleme treten aufgrund der Erfassung und Definition von Armut auf. Was bedeutet das für die Betroffenen und den sozialpolitischen Handlungsrahmen? Wieweit wird in der Armutsdiskussion in Österreich ein Menschenrechtsansatz berücksichtigt?
4) DIE PRAXIS: DER MENSCHENRECHTSANSATZ IN DER ENTWICKLUNGSZUSAMMENARBEIT Petra Purkarthofer,Politikwissenschaftlerin und Anthropologin, Institut für Politikwissenschaft der Universität Wien Der Workshop geht der Frage nach, welche Rolle verschiedene Menschenrechtsdokumente für die Entwicklungszusammenarbeit spielen. Zur Vertiefung wird anhand von Frauenrechten die praktische Bedeutung des Menschenrechtsansatzes für die Entwicklungszusammenarbeit aufgezeigt. Nach einem kurzen Film zu Alltag vund Lebenswelt von Frauen werden Möglichkeiten und Grenzen verschiedener Instrumente (Gender-Checklisten, Gender Mainstreaming etc.) diskutiert. Ziel ist es, Probleme und machtpolitische Hindernisse bei der Umsetzung von Frauenrechten zu identifizieren. |
| 12:15 - 14:30 |
Mittagspause |
| 14:30 - 17:00 |
WIEDERHOLUNG DER WORKSHOPS |
| 18:00 - 19:00 |
ABENDESSEN |
| 19:00 - 20:00 |
PLATTFORM FÜR AUSTAUSCH Berichte, Präsentationen, Diskussionen Amnesty-Mitglieder Hier haben Amnesty-Mitglieder die Möglichkeit, ihre Arbeit zu präsentieren, von spannenden Aktionen zu berichten, mit den anderen Themen zu diskutieren, an denen sie gerade arbeiten. |
| 20:00 - 21:00 |
BRAZILIAN BASTARD SOUND CELIA MARA Rebellisch, unkonventionell und mehrsprachig geht es auf brodelnd-grooviger Gitarre durch den Migrationsdschungel Europas – direkt nach Brasilien! Célia Mara führt uns, nur mit Stimme und akustischer Gitarre, durch große Themen unserer Zeit: Migration, Gewalt, Sklaverei, Umweltzerstörung, ebenso wie Liebe und Solidarität. |
Sonntag, 08.November 2009
| 09:30 - 10:45 |
AMNESTY INTERNATIONAL ZUM RECHT AUF WÜRDE: information und Aktion Andrew Syed, Amnesty International, Zentrale, London, Demand Dignity Kampagnen-Koordinator |
| 10:45 - 11:00 |
PAUSE |
| 11:00 - 11:45 |
GET ACTIVE! Aktionsmöglichkeiten zum Themenbereich |
| 11:45 - 12:00 |
RESÜMEE UND VERABSCHIEDUNG Abschluss |
| 12:00 - 14:00 |
MITTAGESSEN, Abreise |
Im Jänner finden sie hier das neue Programm der Amnesty Academy mit den Workshops, Trainings und Tagungen zu Menschenrechten und Aktivismus für 2010.
Wir senden Ihnen auch gerne das Programmheft zu, sobald es fertig ist
Wenn Sie Fragen oder Anregungen zur Amnesty Academy haben,
freuen wir uns über ein Mail academy(at)amnesty.at oder einen Anruf 01 78008.
Vielen Dank für Ihr Interesse an Menschenrechten!
Ihr Amnesty Academy Team



